Schüßler Salze
Schüßler-Salze
31. Oktober 2016
Prokrastination
Prokrastination überwinden: Die besten Tipps
14. November 2016


Albtraum

Was tun gegen Albträume? So findest du wieder erholsamen Schlaf!

Beklemmendes Angstgefühl, Herzrasen, Atemnot, innere Unruhe: Jeder ist schon mal schweißgebadet aus dem Schlaf aufgeschreckt. Die Ursache für diese nächtlichen Panikattacken sind Albträume, die für den Träumenden durchaus quälend sein können. Die Betroffenen können sich meistens auch im Wachzustand sehr gut daran erinnern. Was also tun, um diesem unsichtbaren Labyrinth zu entkommen? Wir zeigen dir Techniken und Tricks, mit denen du Albträumen wortwörtlich den Schrecken nehmen kannst.

Albträume: so alt wie die Menschheit

Unsere germanischen Vorfahren hatten eine klare mythologische Antwort, warum Menschen unter angstauslösenden Träumen leiden. Sie glaubten nämlich, dass sich Alben, d. h. bestimmte Zwerge bzw. Elfen, auf die Brust der schlafenden Menschen setzen und ihnen Grauen einflößen. So erklärten sich die Germanen das verstörende Angstgefühl und die bei Albträumen häufig verspürte Enge in der Brust. Da sie auf die Brust der Betroffenen drücken, spricht man auch von Albdrückern. Die englische Bezeichnung „nightmare“ geht ebenfalls auf diese Vorstellung zurück, denn Nachtmahren sind nichts als ein Synonym für besagte Alben.

Selbst die Bezeichnung „Nachtschattengewächse“ für eine Pflanzenfamilie geht der Überlieferung nach auf Albträume zurück. Denn der Nachtschatten, der sich durch Schlüssellöcher oder Wandritzen hineinschleicht und die Menschen quält, ist eine weiteres Synonym für den Albtraum. Nachtschattengewächse wie die Tollkirsche (lat. Atropa), Schwarzes Bilsenkraut (lat. Hyoscyamus niger), Bittersüßer Nachtschatten (lat. Solanum dulcamara) sowie Schwarzer Nachtschatten (lat. Solanum nigrum) galten im Mittelalter als fester Bestandteil von Zauber- und Heilmixturen, die den Nachtschatten, also die Albträume vertreiben sollten.

Was sind Albträume?

Albträume treten in der Regel während der sogenannten REM-Schlafphase (REM = engl. rapid eye movement = starkes Augenrollen) auf. Diese Schlafphase ist durch starke und schnelle Augenbewegungen und eine tiefe Muskelentspannung gekennzeichnet. Blutdruck und Puls steigen an; im Schlaflabor erkennen Forscher diese Phase am eindeutigen Hirnstrom-Muster.

Bei Erwachsenen verlaufen jede Nacht 20 bis 25 % des Schlafs als REM-Schlaf, wobei es sich um immer wiederkehrende Phasen handelt. In der zweiten Nachthälfte nehmen die Anzahl und die Länge dieser Schlafphase zu. Während der REM-Schlafphase träumen Menschen besonders häufig, intensiv, bildhaft und geprägt von emotionalen Inhalten.

Neugeborene erleben pro Tag etwa neun Stunden dieser Schlafphase, bis zum Alter von neun Jahren sinkt die Dauer auf etwa drei Stunden pro Nacht. Das erklärt zumindest teilweise, warum Albträume bei den meisten Menschen in der zweiten Nachthälfte auftreten und insbesondere bei Kindern häufig zu beobachten sind.

Albträume versetzen den Betroffenen in Angst und Panik und reißen ihn aus dem Schlaf. Ein „Albtraumklassiker“ dabei ist der „Falltraum“: Der Träumende stürzt in die Tiefe und erwacht kurz vor dem Aufprall.

An der kanadischen Université de Montréal haben die beiden Traumforscher Geneviève Robert und Antonio Zadra anhand der Traumtagebücher von 331 albtraumgeplagten Probanden die häufigsten Themen in Albträumen ermittelt:

  • 49 % der Albträume handeln von körperlichen Angriffen.
  • 21 % behandeln psychische Angriffe und Verletzungen wie Betrug oder verlassen werden.
  • 17 % empfinden im Albtraum Hilfslosigkeit oder leiden unter Versagensängsten.
  • 9 % werden von Krankheit, Angst vor dem Tod oder dem Verlust einer sehr nahestehenden Person gequält.
  • Andere Motive treten seltener auf. Dazu gehören unter anderem plötzliche und unbegründete Angst, gejagt werden, gelähmt sein, sich verspäten, Unfälle, Insekten oder das Spüren einer bösen Präsenz.

Überraschend bei den Ergebnissen der kanadischen Forscher ist allerdings, dass der „Fall-Klassiker“ nur bei 1,5 % der Träumenden eine Rolle spielt.

Eine Sonderform des Albtraumes ist der sogenannte Pavor nocturnus oder Nachschreck. Der Pavor nocturnus ist gekennzeichnet durch ein plötzliches Aufwachen aus dem Schlaf in einem Zustand größter Aufregung, häufig begleitet von panischem Schreien. Das Besondere ist, dass sich die Betroffenen normalerweise nicht an den Traum erinnern können. Im Gegensatz zum „normalen“ Albtraum tritt der Nachtschreck meist im NREM-Schlaf (non-REM-Schlaf, Schlaf, in dem der Schlafende kein REM zeigt) auf.

Negative Träume, die nicht zum Erwachen führen, bezeichnen Experten als „schlechte“ Träume. Auch hier fühlen sich die Betroffenen am Morgen danach häufig müde, zerschlagen und bedrückt. Wenn sich diese negativen Träume aber zum Dauerzustand entwickeln, leiden Lebensqualität und Gesundheit ähnlich wie bei ständigen Albträumen.

Ursachen von Albträumen

Die Traumforschung beschäftigt sich schon lange mit dem Thema „Albträume“. Ein erprobtes Hilfsmittel zum besseren Verständnis des Phänomens sind Zwillingsstudien. Eine groß angelegte Untersuchung in Finnland hat beispielsweise gezeigt, dass die Veranlagung zu negativen Träumen vererbt werden kann. Leidet ein eineiiger Zwilling unter Albträumen, ist der andere Zwilling häufiger betroffen, als es bei zweieiigen Zwillingen oder Geschwistern der Fall ist. Die Gründe für das angsterfüllte Aufwachen in der Nacht lassen sich allerdings nicht nur auf die Genetik beschränken, wie der folgende Überblick typische Albtraum Ursachen zeigt:

  • Genetische Veranlagung: Nicht nur die Zwillingsstudie beweist, dass die Genetik eine Rolle spielt. Prof. Dr. Michel Schredl weist auf eine amerikanische Studie hin, die zeigt, dass sehr einfühlsame, kreative und feinfühlige Menschen, die sich nur schlecht gegen Stress abgrenzen können, häufig betroffen sind. Diese Persönlichkeitsmerkmale unterliegen ebenfalls teilweise der Vererbung.
  • Stress und Leistungsdruck: Eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für seelische Gesundheit zeigt, das Studierende in Phasen mit vermehrtem Stress häufiger unter Albträumen leiden.
  • Aufrechterhaltende Faktoren: Es gibt nicht nur Albtraum-Ursachen; die Wissenschaft kennt auch Faktoren, die das wiederholte Auftreten der beklemmenden Träume unterstützen. Dazu gehört das Vermeidungsverhalten bei Dingen/Situationen, die einen belasten. Dies ist beispielsweisedie Angst vor Spinnen, Fahrstühlen oder großer Höhe. Im ersten Moment mag das Ausweich-Verhalten die Angst reduzieren, langfristig ist es aber keine Lösung und kann weitere negative Träume begünstigen.
  • Traumatische Erlebnisse: Lebensbedrohliche oder traumatische Ereignisse wie beispielsweise Missbrauch in der Kindheit, Verkehrsunfälle oder Kriegseinsätze lösen ebenfalls bei vielen Betroffenen Albträume aus, die auch Jahre später auftreten können. Einer Studie von Wood et al. Zufolge, verdoppelt das Erleben eines Traumas die Wahrscheinlichkeit an Albträumen. Darin spiegelt sich dann das dramatische Erlebnis wieder.
  • Körperliche Ursachen: Schwere körperliche Erkrankungen wie Krebs können ebenfalls zu Albträumen führen.
  • Medikamente: Auch die Einnahme verschiedener Medikamente kann sich negativ auf den gesunden Schlaf auswirken. Das gilt insbesondere für Präparate, die in den Hirnstoffwechsel eingreifen (z. B. Antidepressiva oder Medikamente gegen Epilepsie).
  • Medialer Konsum von Gewalt, Terror und Co.: Tatsächlich reagieren einige Menschen mit Albträumen, wenn sie z. B. einen Horrorfilm gesehen oder einen packenden Thriller gelesen haben. Denn im Gehirn sind die gleichen Gehirnregionen aktiv, egal vom ob man sich etwas vorstellt oder etwas real erlebt. Beim realen Erleben kommen noch weitere aktive Hirnareale hinzu, aber grundsätzlich entsteht eine Repräsentanz der Inhalte, die sich negativ auf biochemische Prozesse auswirken kann. Das gilt vor allem für Informationen, die in einer Alltagstrance aufgenommen werden, in der man mit seiner Aufmerksamkeit voll und ganz im Geschehen vertieft ist, etwa im Kino. Da die im Wachzustand vorherrschenden Gedanken erwiesenermaßen in der Regel erst einige Tage später im Traum verarbeitet werden, wollen viele diesen Zusammenhang aus Unkenntnis des sogenannten Traum-Verzögerungs-Effektes leider nicht wahrhaben. Darauf basierende Albträume treten in der Regel nur einmalig oder für eine sehr kurze Zeit auf und verschwinden von allein.

Wie häufig treten Albträume auf?

Ganz verschont vor Albträumen bleibt kein Mensch, doch die Häufigkeit des Auftretens ist sehr verschieden. Nach Angaben von Prof. Dr. Michael Schredl (Wissenschaftlicher Leiter des Schlaf­labors am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim) leiden rund 5 % der Bevölkerung unter den angstmachenden, bedrückenden Traumbildern in der Nacht.

Dabei scheinen Frauen zwischen der Kindheit und dem fortgeschrittenen Erwachsenenalter häufiger betroffen zu sein als Männer. Ein Erklärungsansatz begründet dies mit der Tatsache, dass Frauen sich leichter an ihre Träume erinnern können. Am häufigsten treten Albträume bei Kindern auf. Insbesondere in einem Alter zwischen drei und sechsen Jahren leiden die meisten zumindest sporadisch darunter. Doch auch danach sind Albträume bei Kindern nicht ungewöhnlich.

In der Zeit zwischen dem sechsten und dem zehnten Lebensjahr gehören Nachtgespenster zu den Alltagsängsten der Kleinen. Bei einigen Kindern kann diese Phase aber durchaus intensiver und problematischer verlaufen – besonders dann, wenn sie starke Panik vor dem Dunkeln und dem Einschlafen entwickeln. Entwicklungspsychologisch sind Albträume bei Kindern also völlig normal und in der Regel unbedenklich, da sie zum einen der Verarbeitung von Erlebnissen dienen, die bei Kleinkindern noch nicht auf kognitiver Ebene stattfinden kann, und zum anderen häufig auch nächtliche Abbilder kindliche Fantasien sind. Wichtig für Eltern ist vor allem, die Bedeutsamkeit der Ängste aus Kindersicht zu realisieren und dem Kind liebevoll und fürsorglich zur Seite zu stehen.

Die psychologische Dimension von Albträumen

Psychologen sehen Träume häufig als Ausdruck des Unterbewussten. Die bekannteste Theorie dazu stammt vom österreichischen Psychologen und Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud (1856 – 1939), der Träume einerseits als „allnächtliche Verrücktheit“, andererseits auch als „Königsweg zum Unbewussten“ bezeichnete. Nach seinem Werk „Die Traumdeutung“ (1900) wurde die Traumanalyse zu einem wesentlichen Bestandteil der Psychoanalyse. Für Freud offenbaren Träume unbewusste bzw. nicht eingestandene Wünsche des Träumers und seinen damit verbundenen Ängsten, die sich bei Albtraumen in besonders intensiver Form präsentieren.

Dabei differenzierte Freud zwischen latenten und manifesten Trauminhalten. Die manifesten, tatsächlich erinnerten Inhalte zeigen die Wünsche in verzerrter Form auf, da sie vom Unbewussten, z. B. aufgrund einer Verdrängung verbotener sexueller Wünsche, zensiert und maskiert werden. In der Traumdeutung geht für Freud darum, die hinter den verfremdeten Traumsymbolen verborgenen latenten Inhalte, d. h. die wahre Bedeutung der Träume, zu ergründen, um den Konflikt zwischen Wünschen und Ängsten zu lösen.

Als zweiter wichtiger Vorreiter im Bereich der psychologischen Traumdeutung ist der Schweizer Psychiater, Schüler Freuds und Begründer der analytischen Psychologie Carl Gustav Jung zu nennen, für den die Traumdeutung einen Schwerpunkt seines Schaffens bildete. Für C.G. Jung spielte nicht nur das individuelle Unbewusste eine Rolle hinsichtlich der Ausprägung von Träumen, sondern auch das von ihm definierte kollektive Unbewusste als Speicher von Archetypen. Die sogenannten Archetypischen Bilder oder Ur-Bilder, die jedem Menschen von Geburt an innewohnen, repräsentieren die kollektiven und universellen Erfahrungen und Emotionen unserer Vorfahren. Ein jedem leicht zugängliches Bild ist beispielsweise der Mutter-Archetyp.

Außerdem unterschied Jung zwischen unbedeutenden Träumen, die lediglich der Verarbeitung von Erlebnissen aus dem Alltag dienten, und bedeutenden Träumen in Form von archetypischen, präkognitiven, kompensatorischen sich wiederholenden Träumen.

Archetypische Träume veranschaulichen anhand von Symbolen mit kollektiver Bedeutung die persönliche „Individuation“, d.h. die Entwicklung der Persönlichkeit.

Prägkognitive Träume nehmen ein später in gewisser Weise tatsächlich eintretendes Ereignis vorweg und können bei Albträumen als Warnsignal der Seele verstanden werden, etwas im Leben zu verändern.

Kompensatorische Träume bilden eine Art Gegenwelt zu oftmals unbewussten Eigenschaften bzw. Eistellungen des Träumers, um ein seelisches Gleichgewicht herzustellen, etwa dadurch, dass ein ängstlicher Mensch besonders aggressiv auftritt. Solche Trauminhalte können aufgrund ihrer Befremdlichkeit ebenfalls zu Albträumen werden.

Wiederholungsträume haben hauptsächlich die Funktion, eine Lösung für sich wiederholende persönliche psychische Probleme zu finden.

Albträume deuten

Während die Freud’sche Traumanalyse hauptsächlich auf dessen eigener Theorie der menschlichen Psyche basierte, die auch in Bezug auf Träume einen deutlichen Schwerpunkt auf die sexuelle Natur des Menschen legte, lässt die moderne Traumdeutung diese Fixierung auf sexuelle Triebe und Bedürfnisse hinter sich und bietet Hilfesuchenden heutzutage einen umfangreichen Katalog an möglichen Interpretationen von Traumbildern und Symbolen – häufig nach dem Jung’schen Verständnis, dass diese die aktuelle Lebenssituation des Träumers beleuchten. Das Problem daran ist, dass es nunmehr nahezu genauso viele Deutungsansätze wie Traumlexika gibt.

Für eine seriöse Deutung sind stets die persönliche Geschichte des Träumers, sein kultureller Hintergrund und seine Art, sich ein Bild von der Welt zu machen, zu berücksichtigen. Außerdem müssen alle im Traum auftauchenden Symbole in ihrer Kombination betrachtet werden. Die folgenden exemplarischen Albtraum Bedeutungen können daher nur eine Inspiration zur Entwicklung eigener kreativer Ansätze zum Verständnis von Traumerfahrungen sein.

Albträume Bedeutung

  • „ertrinken“: Ertrinkungsträume können ein Hinweis auf zu starke Emotionen sein. Wasser steht metaphorisch betrachtet für unsere Gefühle und das Ertrinken für ein Untergehen der Psyche in seiner Gefühlswelt. Ebenso kann Wasser für Unbewusstheit stehen. Es geht also um einen bedrohlichen Mangel an Rationalität, Verstand oder Bewusstsein. Auch das Gefühl zu viel Arbeit bzw. zu viel Verantwortung übernehmen zu müssen, kann sich symbolisch durch ein Ertrinken im Traum offenbaren.
  • „Geister“: Geister repräsentieren vergangene Erfahrungen, die noch nicht losgelassen wurden. Albträume mit Geistern oder Gespenstern deuten häufig auf Schuldgefühle hin. Ebenso können unterdrückte Aggressionen zum Erscheinen von Geistern im Traum führen.
  • „fallen“: Albträume, in denen man fällt, können vielfältige Ursachen haben. So können sie ein Anzeichen für grundlegende Probleme im wahren Leben sein, z. B. Unsicherheit, geringes Selbstvertrauen, starke Zweifel oder Versagensängste. Menschen, die alles kontrollieren wollen und Angst vor Kontrollverlust haben bzw. die sich schwertun, sich hinzugeben und sich dem Leben, einer Situation oder einem Menschen zu vertrauen, können ebenso angstauslösende Fallträume haben wie Personen, die unrealistische Wünsche haben und nicht genügend geerdet sind. Auch zu hohe sexuelle Ansprüche können durch einen Fall symbolisiert werden.
  • „gefangen sein“: Albträume, die davon handeln, gefangen oder eingesperrt zu sein, etwa in einem Gefängnis oder einem Käfig, können Hinweise darauf sein, dass man sich selbst bestrafen möchte für einen unerlaubten Wunsch oder eine Tat, die man begangen hat. Daneben können sie auch ein Zeichen sein, dass man sich eingeengt oder blockiert fühlt in seiner Entfaltung bzw. seiner persönlichen Freiheit.
  • „gelähmt sein“: Albträume von Lähmung stehen entweder für eine geistige Starre, die es aufzugeben gilt, oder für einen Glaubenssatz, in bestimmten Situation handlungsunfähig sein. Auch die unbewusste Überzeugung, im Leben nicht voranzukommen, sich nicht weiter zu entwickeln, kann sich im Traum als Bewegungsunfähigkeit zeigen.
  • „Nacktheit“: Nackt- und Entblößungsträume können schnell zu einem Albtraum werden, da das Schamgefühl eines der grundlegendsten Gefühle des Menschen ist. Das Wort Scham geht auf einen Wortstamm zurück, der Schande bedeutet. Kaum eine Verletzung ist für die Psyche so schmerzhaft wie die Verletzung der Intimsphäre, da sie mit einem Verlust von Ansehen und Ehre gleichgesetzt wird und damit auch die Stellung des Individuums in der Gesellschaft gefährdet. Die Peinlichkeit des Nacktseins steht für eine subjektiv empfundene existenzielle Verfehlung oder Unzulänglichkeit, die sich im Traum Aufmerksamkeit verschafft. Nacktträume können auch durch eine Angst, nicht ernst genommen zu werden oder ausgelacht zu werden, hervorgerufen werden. Menschen, die Probleme haben mit dem Aussehen ihres Körpers können ebenso von Nacktheit in der Öffentlichkeit träumen wie Menschen, die das Gefühl haben, nicht richtig verstanden zu werden, nicht wahrgenommen zu werden oder sich vor bestimmten Menschen oder in bestimmten Situationen übermäßig oder zwanghaft verstellen zu müssen, etwa um ihre Verletzlichkeit oder Schwäche zu verbergen. Die Personen, die einen nackt sehen, stehen in der Regel für eigene Persönlichkeitsanteile, vor denen man sich verschließen möchte. Wer sich im Traum entblößt, hat häufig eine unbewusste Sehnsucht, sein Selbstbild neu zu definieren.
  • „Naturkatastrophen“: Naturkatastrophen stehen für die triebhafte Natur, die sich auf katastrophale Weise gegen einen richtet, wenn sie zu stark unterdrückt und nicht angemessen ausgelebt wird.
  • „Tod“: Kaum ein Thema ist mit so vielen Ängsten behaftet wie der Tod, weshalb Todträume so oft wie ein Albtraum erscheinen. Dabei steht der Tod als Traumsymbol mehr für einen Neuanfang als für ein Ende. Es geht bei solchen Träumen um grundlegende Veränderungen im Leben, um den Beginn einer neuen Lebensphase, um persönliches oder spirituelles Wachstum bzw. eine tiefgehende Transformation von Emotionen.
  • „verfolgt werden“: Im Traum zu fliehen, weil man verfolgt oder gejagt wird, kann ein Hinweis darauf sein, dass man sich einer unangenehmen Situation im realen Leben nicht stellen und ihr entkommen möchte. Verfolgungs-Albträume können auch auf falsche Vorstellungen oder nicht länger förderliche Emotionen hinweisen. Hier ist es besonders wichtig, die Symbolik des Verfolgers zu erfassen, da der er den Träumenden verfolgt, um Zuwendung zu bekommen.
  • „Zähne verlieren“: Ein Zahnausfall gehört zu den weit verbreiteten Traumerfahrungen. Dabei kann es sich um einen Hinweis darauf handeln, dass es an einem an Selbstbewusstsein oder Durchsetzungsvermögen fehlt, dass man sich hilflos führt, dass sich zu viele Aggressionen oder auch sexuelle Ängste angestaut haben, dass einem eine Lebensveränderung Sorgen bereitet oder dass man Angst vor dem Älterwerden hat. Treten Zahnverlust-Albträume während einer (bevorstehenden) Zahnbehandlung oder in Zusammenhang mit Zahnschmerzen auf, so handelt es sich meist um eine intensive psychische Verarbeitung dieses Themas.

Die spirituelle Dimension von Albträumen

Viele spirituelle, philosophische oder auch esoterische Weltanschauungen, von der Anthroposophie über die christliche Mystik bis hin zur yogischen Tradition des Hinduismus kennen neben der materiellen Dimension noch weitere feinstoffliche oder energetische Dimensionen. Die bekannteste, wenn auch unterschiedlich definierte Dimension ist die Astralwelt, mit der der Mensch über seinen Astralleib (auch bekannt als Seelenkleid) verbunden ist, und in die er sich häufig im Traum begibt, wenn sich die Seele vom Körper löst. Natürlich wäre es unseriös, hier all die verschiedenen Glaubenssysteme gleichzusetzen. Worum es geht, ist lediglich die Anerkennung einer unsichtbaren Welt, wie sie bereits im Abschnitt über das schamanische Träumen angeklungen ist.

Für das Loswerden von Albträumen ist es hilfreich, sich eines gedanklichen Konstruktes zu bedienen, dass die Astralebene einen an die physische Realität angrenzenden Bereich repräsentiert, der sich in niedere oder untere und höhere Astralebenen unterteilen lässt. Die untere Astralebene ist gekennzeichnet durch unsere niederen Triebe, unsere egoistischen Bedürfnisse und unsere negativen Empfindungen, die dort verwurzelt sind. Auf dieser Ebene halten sich z. B. Verstorbene auf, die ihre Inkarnation nicht aufgeben und ins „Licht“ gehen wollen, böse Geister, Dämonen und andere Wesenheiten, die den Menschen nicht wohlgesonnen sind. Je höher die Astralsphäre, desto positiver und reiner sind die dort vorherrschenden Emotionen. In hohen Ebenen kann man auf liebevolle Astralwesen wie Lichtwesen oder Engel treffen. Solange man sich im Astralkosmos bewegt, ist man demnach noch der Dualität von Freud und Leid unterworfen.

Bereist die Seele im Schlaf die unteren Welten, können wir dies, in Abhängigkeit mit dem dort Erlebten, als Albtraum empfinden. Dies lässt sich durch verschiedene Techniken vermeiden. Zum einen ist es wichtig, negative Gefühle wie Neid, Hass, Wut oder Angst anzuschauen und zu überwinden, die uns empfänglich machen für nächtliche Reisen in die Sphären, in denen diese „schlechten“ Schwingungen herrschen. Zum anderen können wir uns durch spirituelle Arbeit in höheren Sphären aufmachen, indem wir etwa die Kommunikation mit unserem Schutzengel, unserem höheren Selbst oder unseren Geistführen ausbauen und diese bitten, uns in unseren Traumreisen zu führen. Du kannst Dich z. B. auch vor dem Schlafengehen in weißes oder goldenes Licht einhüllen und Deine Aura mit einem mentalen Befehl vor den unteren Astralebenen verschließen.

Aus christlicher Sicht können Albträume als Werk des Teufels verstanden werden, der uns in die niederen Reiche der Existenz lockt, aber auch als Geschenk Gottes, der uns darüber mit unseren Sünden und Verfehlungen konfrontiert, ohne dass wir die Strafe dafür oder auch einfach die logischen Konsequenzen davon direkt in der physischen Wirklichkeit erleben müssen. So heißt es bei Hiob: „Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, im Schlummer auf dem Lager, da öffnet er der Menschen Ohr und schreckt sie auf durch Warnung, um von seinem Tun den Menschen abzubringen, den Hochmut aus dem Manne auszutreiben“ (Hiob 33,15-17). Unabhängig davon wird auch schon in der Bibel darauf hingewiesen, dass Träume aus psychologischen Vorgängen entstehen können, die man nicht überbewerten sollte: „Denn wo viel Sorgen ist, da kommen Träume“ (Prediger, 5,2). Wer als Christ unter Albträumen leidet, kann z. B. über Psalm 91 meditieren, in dem es heißt: „Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten“ (Psalm 91,5). Auch das tägliche Beten des „Vater Unsers“ vor dem Einschlafen ist ein mächtiges spirituelles Werkzeug gegen Albträume.

Was tun gegen Albträume? Strategien für eine ruhige Nacht

Wenn dir immer wieder verstörende Träume den Schlaf rauben, kannst du aktiv etwas dagegen unternehmen. Dies gilt sowohl für Albträume bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Forschung und Medizin machen es möglich: Es gibt mittlerweile verschiedene Methoden, die den Betroffenen nachhaltig helfen. Der erste Schritt besteht immer in der Bereitschaft, sich den Traum anzusehen. Die Angst kann sich nur auflösen, wenn Sie sich diese direkt anschauen. Im zweiten Schritt geht es dann um das Verstehen, welche wahren Probleme damit ins Bewusstsein gelangen möchten und um eine (Er-)Lösung bitten. Allein schon die konzentrierte Beschäftigung mit dem Albtraum hat vielfach eine heilsame und befreiende Wirkung. Du solltest ihn also nicht mit Sprüchen wie „Träume sind Schäume“ abtun und das nervenaufreibende nächtliche Erlebnis feige bzw. überheblich ignorieren.

Das Traumtagebuch: Träume verstehen lernen

Wer plötzlich aus einem Albtraum erwacht, ist sofort hellwach und kann sich klar und deutlich an den Traum erinnern. Genau das unterscheidet den klassischen Albtraum von einem schlechten Traum oder dem „Nachtschreck“, der insbesondere kleinere Kinder schreiend aufschrecken lässt. Eine gute Strategie ist das Führen eines Traumtagebuchs, mit dem man folgende Erkenntnisse gewinnt:

  • Inhalt des negativen Traumes
  • Frequenz der Albträume

Mit diesen Informationen ist es möglich, Auslöser wie Stress oder verschiedene Ängste gezielt zu erkennen. Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt, den Druck durch minimale Veränderungen zu reduzieren oder sich zu entspannen, indem man sich seiner Ängste und Sorgen bewusst wird. Optimalerweise sollte das Traumtagebuch im Präsens und in der ersten Person Singular geführt werden. Ein Satz wie, „Ich träume, wie ich verzweifelt einen Hügel hochlaufe und mich verfolgt ein großer aggressiver Hund,“ nimmt die Distanz zum Erlebten und vereinfacht es, sich den Traum noch einmal zu vergegenwärtigen. Auch der Gemütszustand sollte beschrieben werden. Und das alles am besten direkt nach dem Erwachen.

Später kannst du die Aufzeichnungen nochmals lesen, um die Eindrücke zu ergänzen. Manches fällt dir erst mit ein wenig Abstand wieder ein. Albträume bei Kindern lassen sich auf ähnliche Art und Weise bekämpfen. Kinder, die noch nicht schreiben gelernt haben, können den schlimmsten Moment ihres Traumes malen. Das Bild als Verarbeitungsstrategie hilft auch älteren Kindern, sich mit den Ängsten der Nacht auseinanderzusetzen.

Mit Verhaltenstherapie den Albtraum bekämpfen

Mit dem Traumtagebuch als Grundlage lassen sich Albträume bekämpfen. Die folgenden Strategien basieren auf der Therapie der Vorstellung und Wiederholung (Imagery Rehersal Therapy, IRT) und richten sich hauptsächlich an Erwachsene:

  1. Konfrontation: Das Verdrängen einer beängstigenden Situation sorgt nur für kurze Erleichterung. Prüfungsangst oder die Phobie vor Spinnen bessert sich nicht durch den Akt der Vermeidung. Ganz im Gegenteil: Die Panik vor einer angstauslösenden Situation nimmt langfristig zu. Bei Albträumen verhält es sich nicht anders. Daher sollten sich Betroffene auch im Wachzustand mit ihrem Traum auseinandersetzen. So verlieren die verstörenden Bilder ihren Schrecken und schaffen die Grundlage für Schritt 2.
  2. Strategien ausarbeiten: Ein Traum muss nicht als „unveränderlich“ postuliert und hingenommen werden. Du kannst dir einen alternativen Verlauf ausdenken, bei dem du keine Angst verspürst. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, denn im Traum ist alles möglich. Alle beängstigenden Figuren / Situationen sollten dabei möglichst entfernt und durch angenehme oder neutrale ersetzt werden. Beginnt der Traum zum Beispiel mit einem Spaziergang im Wald und ein knackender Ast deutet auf einen Verfolger hin, sollte schon das Knacken ersetzt werden. Es kann stattdessen ein Vogel sinken oder der Wind in den Blättern rauschen.
  3. Strategie einüben und anwenden: Ist eine Strategie für den beängstigenden Traum gefunden, muss diese im Wachzustand eingeübt werden. Mindestens einmal am Tag, am besten zu einer festen Zeit, stellst du dir den neuen Traum vor. Durchlebe den Traum Schritt für Schritt in ruhiger Umgebung und ohne Ablenkung. So übt das Gehirn das alternative Traum-Schema ein und bessert die Stellen aus, die noch zum Positiven verändert werden müssen. Wichtig ist, dass das Wohlbefinden während des gesamten Traums erhalten bleibt, die Handlung als flüssig, logisch und realistisch empfunden wird. Gerade bei langen Träumen ist es hilfreich, die Traumgeschichte aufzuschreiben und sich von einer Bezugsperson vorlesen zu lassen. Du kannst die Geschichte auch selbst vorlesen, aufnehmen und dir einmal täglich für die Dauer von 1-2 Wochen anhören. Die Albträume sollten daraufhin ganz verschwinden oder zumindest deutlich nachlassen.

Der schamanische Weg des Träumens zur Transformation von Albträumen

Wem es schwerfällt, die erlebten Traumbilder aufgrund einer starken Anhaftung umzugestalten, kann es mit einer ähnlichen Technik aus der schamanischen Kunst des Träumens versuchen, dem Albtraum die negative Energie zu entziehen, die dazu führt, dass man teilweise noch tagelang im Alltagsbewusstsein vom Traumgeschehen geschwächt wird, weil sich die Erlebnisse ins Gewahrsein eingebrannt haben als wären sie ein reales Erlebnis. Denn tatsächlich ist für Schamanen die Traumrealität, die auch als zweite, unsichtbare oder nicht alltägliche Wirklichkeit bezeichnet wird, die eigentlich wahre Realität der Existenz, der die Konsensrealität, die wir für normal halten, überhaupt erst entspringt. Die australischen Aborigines sprechen dabei von der Traumzeit oder Dreamtime als „fortdauernde Schöpfungsgegenwart“.

Auch in den berühmten Büchern des amerikanischen Anthropologen und Schriftstellers Carlos Castaneda über dessen Erfahrungen mit dem indianischen Medizinmann und Zauberer Don Juan Matus begegnet man einer solchen Auffassung. Darin sagt Don Juan: „„Man analysiert die Bedeutung der Träume, man nimmt sie als Omen, aber niemand begreift sie als Sphäre realer Ereignisse.“

In einer vereinfachten, für uns Menschen mit einer westlichen Weltanschauung zugänglichen Version, werden die Träume bei dieser Technik einfach zu einem guten Ende weitergeträumt. Das heißt, man kann den Traum durchaus so stehen lassen, wie er war, aber träumt ihn dann gedanklich noch weiter, sodass es ein „happy end“ gibt. Auch bei diesem Verfahren sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es ist sinnvoll, sich für diese Arbeit wirklich Zeit für sich zu nehmen und sich in einen meditativen Zustand zu begeben, in dem man diese andersartige Wirklichkeit vorurteilsfrei als etwas Reales würdigen und gezielt durch seine Vorstellungskraft mit inneren Prozessen des Denkens und Fühlens umgestalten kann.

Lege Dich am besten entspannt hin, komm zur Ruhe, lass den Alltag los, fasse die feste Absicht, Deine Realität neu zu gestalten, und träume den träume den Traum dann nochmal, mit dem Unterschied, dass er noch weitergeht bis der Schrecken sich als Illusion oder auch als Segen herausstellt. Wer diese Methode ernsthaft praktiziert, profitiert nicht selten auch auf anderen Ebene von dieser Form der Realitätsgestaltung, bei der insbesondere die Intention entscheidend ist, dass man seine eigene Realität wahrhaftig auf ursächlicher Ebene transformiert.

Posttraumatische Albträume sind anders

Träumende mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) durchleben im Schlaf immer wieder reale Situationen, die sie in Todesangst versetzt haben. Dies zwingt sie zu einer Integration des traumatischen Erlebnisses. Die Imagery Rehersal Therapy (IRT) kann hier in leicht modifizierter Form stattfinden. Um Flashbacks und Panikattacken zu vermeiden, sind folgende Änderungen zu empfehlen:

  • Zu Beginn ist es unerlässlich, gedanklich einen sicheren Raum zu schaffen. Ein Therapeut kann dabei eine wertvolle Hilfe sein. Der sichere Ort erlaubt es dem Betroffenen, sich schnell aus der Situation zu lösen, falls er von Erinnerungen überwältigt wird.
  • Die Rekonstruktion des Albtraums erfolgt distanziert in der Vergangenheit und in der dritten Person. Statt zu sagen, „Ich sehe …“ hilft die Formulierung „Er/Sie sah …“
  • Die Annäherung an den Traum muss schrittweise und behutsam erfolgen. Die Modifikation des Traumgeschehens ist erst abgeschlossen, wenn die neue Traumgeschichte keine Angst oder negative Assoziationen mehr auslöst.

Bei Albträumen als Folge einer posttraumatischen Belastungsstörung ist die Unterstützung erfahrener Psychologen oder Psychotherapeuten unumgänglich. Als zeitgemäße und erfolgsversprechende Therapieansätze zur Behandlung von PTBS gelten z. B. das „Somatic Experiencing“ als körperorientierte Form der Traumatherapie, die den Fokus auf die von den Betroffenen empfunden körperlichen Reaktionen richtet, sowie EMDR (Eye-Movement Desensitization and Reprocessing), bei der ein Trauma in acht Phasen insbesondere mit Hilfe bilateral wechselnder Sinnesreize wie etwa bestimmten Augenbewegungen (ähnlich denen des REM-Schlafes) therapiert wird.

Albträume bei Kindern

Grundsätzlich können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Albträume mit der Imagery Rehersal Therapy behandeln. Die Kinder malen dabei ihren Traum und fügen dem Bild Gegenstände oder Helferfiguren zu, die die belastende Situation beherrschen. Der Albtraum kann auch in einem (Rollen-)Spiel thematisiert und verarbeitet werden. Eine sprachliche Deutung oder Erklärung ist kein geeignetes Mittel für Kinder mit Albträumen. Wichtig ist, dass die Ideen zur Lösung des Problems möglichst vom Kind selbst entwickelt werden. Die Hilfsmittel dürfen durchaus fantastischer Natur sein, wie z. B.ein Zauberstab oder ein den Feind in Schach haltender Drachen. Das Ziel: Das Kind sollte an seine Macht und die Möglichkeiten seiner Lösungsstrategie glauben. Zusätzlich können Eltern ihre Kinder mit folgenden Maßnahmen unterstützen:

  • Wenn Kinder aus einem Albtraum erwachen, benötigen sie Trost. „Es war nur ein Traum“ ist ein gut gemeinter Ratschlag, der einem Kind aber nur wenig weiterhilft. Die Kleinen können nicht zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden. Daher ist es sinnvoll, gemeinsam im Schrank oder unter dem Bett nach angstauslösenden Monstern oder Hexen nachzusehen, um dem Kind das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
  • Vielen Kindern hilft Körperkontakt, um wieder in die eigene Mitte zu finden.
  • Bei traumatisierten Kindern mit anhaltenden Albträumen ist es angeraten, sich an einen Jugendpsychologen oder -psychotherapeuten zu wenden.

Selbsthilfe Tipps gegen Albträume

Damit du in der Nacht ruhig und erholsam schlafen kannst, gibt es einige weitere wissenschaftlich erprobte und wirksame Methoden. Um Albträume zu vermeiden, ist in erster Linie eine gute Schlafhygiene wichtig. Schlafhygiene meint die äußeren Umstände, die einen erholsamen Schlaf fördern oder gar erst möglich machen.

  • Das Schlafzimmer sollte ruhig und dunkel sein. Ideal zum Schlafen ist für viele Menschen eine Temperatur zwischen 10 und 18 Grad Celsius. Wichtig dabei zu beachten: Es gibt Warm- und Kaltschläfer. Das Wohlbefinden sollte daher den Rahmen vorgeben.
  • Ein Schlafritual hilft dabei, abzuschalten. Etwas angenehme Musik, einige Seiten eines guten Buches, ein Glas warme Milch – erlaubt ist, was entspannt. Kindern hilft eine Gutenacht-Geschichte.
  • Nach einem emotional aufwühlenden Film, einer heftigen Diskussion oder einer anstrengenden Unternehmung ist eine gewisse Pufferzeit wichtig. Man sollte zunächst zu Ruhe kommen und sich erst später hinlegen.
  • Das Bett soll ein Hort der Ruhe und Entspannung sein. Streitgespräche oder Grübelattacken haben da nichts verloren.
  • Alkohol, koffeinhaltige Getränke und Zigaretten sowie deftiges Essen sollten bereits vier bis sechs Stunden vor dem Zubettgehen vermieden werden.
  • Sport macht müde, laugt aus und kurbelt die Hormonausschüttung an, was sich je nach Intensität der Sportart negativ auf den Schlaf auswirken kann. Aus diesem Grund sind sportliche Aktivitäten unmittelbar vor der Schlafenszeit nicht zu empfehlen.
  • Bei Einschlafstörungen ist es manchmal hilfreich, aufzustehen und erst dann wieder ins Bett zu gehen, wenn die nötige Ruhe und Entspannung sowie eine ausreichende „Bettschwere“ erreicht sind.

Meditation, Entspannung und Achtsamkeit gegen Albträume

Stress und Leistungsdruck verursachen bei vielen Menschen Albträume. Daher ist es wichtig, mit seinem Körper und Geist achtsam umzugehen. Eine Zeitplanung, die zwischendurch kurzes Durchatmen erlaubt, hilft den Stress zu bewältigen oder zumindest zu reduzieren. Verschiedene Entspannungstechniken steigern das Wohlbefinden und sorgen für innere Ruhe.

  • Progressive Muskelentspannung und autogenes Training sind beispielsweise zwei leicht erlernbare Methoden. Die Übungen helfen dabei, das Nervensystem aktiv auf Regeneration und Erholung umzuschalten.
  • Yoga und Meditation erzielen ähnliche Effekte, wenn es um Achtsamkeit und die Wiederherstellung der inneren Balance geht.

Um die erforderlichen Techniken zu lernen und Stress und Albträumen entgegenzuwirken, werden bundesweit zahlreiche Kurse angeboten. Die Kosten für autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson bezuschussen viele gesetzliche Krankenkassen.
Die progressive Muskelentspannung und das autogene Training eignen sich nach dem Einüben der Entspannungsroutine sehr gut als Unterstützungsmaßnahmen beim Einschlafen. Die progressive Muskelentspannung kann im Sitzen oder Liegen in Rückenlage durchgeführt werden. Wichtig für das Gelingen ist eine bequeme Haltung; nichts darf drücken oder stören. Dann kann die Muskulatur schrittweise entspannt werden.

Zuerst werden die Muskeln leicht angespannt und dann bewusst gelockert. Mit zunehmender Entspannung fühlen sich Arme und Beine schwer an – aufgrund der besseren Durchblutung entsteht ein angenehmes Wärme-Gefühl. Es fällt immer leichter, die Gedanken ziehen zu lassen und innere Ruhe zu finden. Für die progressive Muskelentspannung gibt es eine feste Routine. Diese beginnt mit geschlossenen Augen an der dominanten Hand und am dominanten Unterarm – Rechtshänder starten auf der rechten Seite, Linkshänder auf der linken. Es folgt der dominante Oberarm. Nun geht es weiter durch den ganzen Körper:

  • nicht dominante Hand und nicht dominanter Unterarm
  • nicht dominanter Oberarm
  • Stirn
  • Augen
  • Kiefer
  • Hals und Nacken
  • Schultern und Brust
  • Bauch
  • dominanter Oberschenkel
  • dominanter Unterschenkel mit Fuß
  • nicht dominanter Oberschenkel
  • nicht dominanter Unterschenkel mit Fuß

Nach der Entspannungsroutine stellt sich ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit ein, das sich mit jeder Übungseinheit verstärkt. Der Einschlaf-Prozess gestaltet sich immer problemloser. Die Entspannungstechnik hilft auch, im Alltag eine kleine Auszeit zu nehmen und für einige Minuten etwas Kraft zu schöpfen. Die mentale Gelassenheit sorgt für eine geringere Anfälligkeit für Stress und stärkt Körper und Geist. Um sanft in das Hier und Jetzt zurückzufinden, beendet man die Übung langsam und schrittweise. Nach einem innerlichen Countdown beginnt man den Körper zu strecken. Erst dann werden die Augen geöffnet. Ein abruptes Beenden der Übung ist sehr unangenehm und kann bei niedrigem Blutdruck zu Kreislaufproblemen führen.

Klarträume als Mittel gegen Albträume

Klarträume werden unter anderem auch als „luzides Träumen“ bezeichnet. Der Begriff impliziert, dass der Schlafende sich während des Träumens bewusst ist, dass er träumt. Die Fähigkeit zum luziden Träumen gilt dabei als angeboren. Manche Menschen wissen einfach im Schlaf, dass sie gerade träumen. Das bedeutet, dass sie selbst im Falle eines Albtraums aktiv in das Geschehen eingreifen können, indem sie z. B. den Traum beenden, die Handlung direkt verändern und dem Albtraum dadurch den Schreckenseffekt nehmen. Aber auch Menschen, die nicht mit dieser Fähigkeit auf die Welt gekommen sind, können diese Technik durchaus erlernen – und zwar auf folgende Art und Weise:

  • Jeden Abend beim Zubettgehen und vor dem Einschlafen solltest du dich selbst daran erinnern, die Träume in der Nacht bewusst als solche wahrzunehmen. Dieser Gedanke soll zu einem festen Ritual werden. Es kann Wochen oder gar Monate dauern, bis eine spürbare Veränderung eintritt, deswegen: geduldig bleiben.
  • Um klar zu erkennen, ob das gerade Erlebte im Wach- oder Schlafzustand passiert, ist es wichtig, Reality Checks einzubauen. Im Traum lassen sich Texte oft nicht verstehen, sie ergeben entweder keinen Sinn oder verändern sich beim wiederholten Lesen. Uhren zeigen oft keine normale Zeit an und elektrische Geräte bleiben häufig ohne Funktion. Das regelmäßige Kontrollieren solcher Fakten im Alltag schafft die nötige Routine, um auch im Traum den Check zu machen. Als Nächstes kann man nun im Schlaf versuchen, den normalen Traum zu steuern. Träumst du beispielsweise regelmäßig davon, dass du mit dem Auto zur Arbeit fährst, kannst du diesmal einen anderen Weg nehmen oder einfach das Ziel der Fahrt ändern. Auch hier ist Geduld gefragt.
  • Wenn du neutrale Träume als Klartraum wahrnimmst und sich ihr Verlauf verändern lässt, kannst du dich – mit dem gleichen Schema – den Albträumen zuwenden und daraus eine normale und nicht beängstigende Geschichte machen.

Albträume verhindern mit einer Traum-Intention

Wer mit guten Gedanken ins Bett geht, erhöht auch die Wahrscheinlichkeit für süße Träume. Eine etablierte Technik ist das Setzen einer konkreten Intention für den Traum. Dazu gibt es zwei hervorragende Ansätze, je nachdem, was man träumen möchte. Zum einen kann man sich einen schönen Traum ausmalen und ihn schon bewusst träumen, wenn man sich ins Bett legt. Personen, die sich die z. B. mit der Kraft der Anziehung arbeiten, nutzen die Zeit vor dem Einschlafen beispielsweise gezielt zur Wunscherfüllung.

In der Übergangsphase vom Wachsein zum Schlafen verlangsamen sich die Hirnwellen. Man geht vom Beta-Zustand (15-38 Hz), der mit dem normalen Wachbewusstsein einhergeht und geprägt ist von einer erhöhten Aufmerksamkeit auf die äußere Welt, über in einen Alpha-Zustand (8-15 Hz), in dem das innere Erleben, geistige Bilder und Entspannung im Vordergrund stehen. In dieser Zeit ist das Unterbewusstsein sehr empfänglich, für eine Programmierung mit Visualisationen und Affirmationen. So kann man mit der Intention von der Erfüllung seiner Wünsche zu träumen, ins Bett gehen.

Zum anderen kann man auch mit der Intention zu Bett gehen, von einer kreativen Lösung einer persönlichen Aufgabe, einer innovativen Idee oder einer Antwort auf eine Frage zu träumen. Diese Technik wurde früher als Tempelschlaf bezeichnet, heut gelegentlich auch als Trauminkubation. Dazu beschäftigt man sich vor dem Schlafengehen ausgiebig mit dem Thema, zu dem man sich eine Information im Traum erhofft. Man kontempliert alles, was man bereits zu dem Thema weiß, betrachtet es aus verschiedenen Perspektiven, analysiert und fantasiert gleichermaßen und denkt vor dem Einschlafen nur noch an dieses Thema, und zwar in einer konstruktiven und holistischen Weise. Dadurch „inkubiert“ man den Traum. Zur Vermeidung von Albträumen sollten diese Themen allerdings nicht konfliktbehaftet oder auf irgendeine negative Art emotionsgeladen sein.

Bachblüten gegen Albträume

Eine weitere Möglichkeit gegen Albträume aktiv zu werden, ist die Anwendung von Bachblüten. Als Akut-Mittel zur unmittelbaren Einnahme nach einem Albtraum empfehlen sich Rescue-Tropfen. Diese Bachblüten-Mischung hat sich sehr bewährt, da die darin enthaltenen 5 Essenzen alle seelisch relevanten Aspekte eines Albtraumes berücksichtigen: Die Bachblüte Rock Rose wirkt akuten Ängsten entgegen, die als Hauptursache und Symptom von Albträumen angesehen werden können. Die Bachblüte Star of Bethlehem spendet der Seele Trost bei Erschütterungen und nicht verarbeiteten emotionalen Schocks. Die Bachblüte Clematis hilft, nach dem Albtraum wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Die Bachblüte Impatiens wendet sich gegen die Unruhe nach dem Aufwachen und die Bachblüte Cherry Plum gegen die schwer kontrollierbaren Gefühle, die der Albtraum ins Bewusstsein drängt.

Zur weiteren therapeutischen Arbeit mit Bachblüten bei Albträumen solltest Du Dich bei der Auswahl passender Blütenmittel an den Trauminhalten orientieren. Da an dieser Stelle nicht alle möglichen Szenarien durchexerziert werden können, lohnt es sich, die Wirkung aller 38 Bachblüten näher zu studieren. Wenn die Albträume auf spezifischen Ängsten basieren, kannst Du beispielsweise mit Mimulus Bachblüten arbeiten, und bei Ängsten ohne einen ersichtlichen Grund mit Aspen Bachblüten. Stellt sich ein Gefühl der Minderwertigkeit als latenter Inhalt der Albträume heraus, kannst Du Larch Bachblüten nehmen. Oder, wenn die Albträume durch Schuldgefühle ausgelöst werden, Pine Bachblüten. In der Praxis hat sich etwa auch gezeigt, dass die Psyche Albträume nicht selten zur Bewusstmachung von Sorgen hervorruft, die der Betroffene insbesondere nach Außen hin verleugnet und überspielt. Wenn Du Dich mit dieser Thematik identifizieren kannst, probiere es mal mit Agrimony Bachblüten gegen Albträume.

Comments are closed.