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Homöopathische Mittel

Was ist Homöopathie?

Die Klassische Homöopathie ist eine alternative Heilmethode, begründet von dem deutschen Arzt und Chemiker Samuel Hahnemann. Es handelt sich um eine eigenständige, sanfte und individuelle Therapieform, die den Patienten sicher und schnell, ohne Nebenwirkungen, helfen sollte. Aus diesem Grund eignet sich die alternative Heilmethode auch für jeden Menschen in jedem Alter.

Im Mittelpunkt der homöopathischen Behandlung steht immer der „ganze“ Mensch. Die Ganzheitlichkeit umfasst das Lebensumfeld, Körper, Geist und Seele sowie die ganz individuellen Krankheitserscheinungen mitsamt seiner Besonderheiten. Jeder Mensch reagiert ganz unterschiedlich auf ein bestimmtes Krankheitsbild, sowohl auf Körperebene als auch auf der Gemütsebene, und gerade diese individuellen Besonderheiten weisen dann auf das passende homöopathische Mittel hin.

Homöopathische Mittel haben die Aufgabe, die Lebenskraft des Menschen zu stimulieren, regulieren und zu harmonisieren sowie die Selbstheilungsprozesse des Körpers anzuregen. Auf die Art und Weise sollen Körper, Geist und Gesundheit gestärkt werden. Nicht nur die reinen Symptome werden in der Homöopathie behandelt, sondern die Gesamtheit einer Erkrankung auf allen Ebenen.

Samuel Hahnemann – Begründer der Homöopathie

Der Begründer der sogenannten Klassischen Homöopathie war der deutsche Arzt und Chemiker Christian Friedrich Samuel Hahnemann. Hahnemann wurde 1755 in Meißen an der Elbe als drittes Kind eines Porzellanmalers geboren.

Der studierte Arzt wurde zu seiner Zeit immer unzufriedener über die Art und Weise, wie die Menschen medizinisch behandelt wurden. Er selbst arbeitete nicht als Arzt, verdiente seinen Unterhalt aber mit dem Übersetzen wissenschaftlicher Texte und eignete sich dadurch ein enormes Wissen in den Bereichen Medizin, Chemie und der Arzneimittellehre an. Er kritisierte die damals gängigen Methoden der ärztlichen Behandlung scharf: Aderlässe ließen die Menschen teilweise verbluten oder stark wirksame und schädliche Drogen wurden zur Behandlung als gängiges Mittel verabreicht. Sein Hauptinteresse richtete sich vielmehr darauf, wie Krankheiten grundsätzlich entstehen und wie die Krankheiten dauerhaft und sanft geheilt werden können. Seine erworbenen Kenntnisse als Arzt und Chemiker waren letztendlich auch der Grund, eine sanfte Heilmethode, die Homöopathie, zu entwickeln. Hahnemann wurde 88 Jahre alt und starb im Jahr 1843.

Hahnemanns Selbstversuch mit der Chinarinde

Im Jahr 1790 startete Hahnemann seinen Selbstversuch mit der Chinarinde und trank zur Überprüfung der Wirkung des Mittels in regelmäßigen Abständen aus einer Chinarinden-Abkochung. Chinarinde war zu der damaligen Zeit ein wirksames Mittel gegen Wechselfieber (Malaria). Hahnemann stellte daraufhin fest, dass er nach der Einnahme des Tranks, die typischen Symptome einer Malariaerkrankung entwickelte, obwohl er selbst nicht unter dieser Krankheit litt. Setzte er das Mittel ab, verschwanden diese Symptome des Wechselfiebers wieder, um nach einer wiederholten Einnahme erneut aufzutreten. Sein Fazit aus seinem Selbstversuch war, dass Chinarinde die Malariasymptome bei einer Erkrankung verbessert, bei einer zu starken Dosis aber genau diese Symptome bei einem gesunden Menschen hervorruft. Er unternahm daraufhin weitere Selbstversuche mit anderen Substanzen aus der Pflanzen-, Tier- und Mineralienwelt und stellte immer wieder die gleichen Wirkweisen fest: Bei kranken Menschen verbessern sich Symptome unter der Einnahme bestimmter Substanzen, bei Gesunden treten genau die Symptome in Erscheinung, die bei Erkrankten behandelt wurden. Damit war der Grundstein für sein Ähnlichkeitsprinzip gelegt.

Homöopathische Arzneimittelprüfungen

Nach seiner ersten Arzneimittelprüfung, dem Chinarindenversuch, führte Samuel Hahnemann viele Jahre weitere Arzneimittelprüfungen an gesunden Testpersonen durch, um die Wirkung verschiedener pflanzlicher, tierischer und mineralischer Stoffe zu erforschen. Alle körperlichen und psychischen Symptome, die während einer Arzneimittelprüfung am Gesunden beobachtet wurden, schrieb Hahnemann akribisch und mit großer Sorgfalt als Arzneimittelbild auf.

Er hierarchisierte die Symptome nach ihrer Häufigkeit und Ausprägung, weil auch Gesunde verschieden auf die verabreichten Substanzen reagierten. So entstanden Symptome ersten, zweiten und dritten Grades. Die Symptome ersten Grades kennzeichnen die Hauptwirkung der getesteten Substanz, es sind die Leit- und Schlüsselsymptome, die bei allen Testpersonen auftraten. Unter Symptome zweiten Grades fallen die Symptome, die während der Prüfung häufig auftraten, aber nicht bei allen Personen. Die Symptome dritten Grades traten nur selten in Erscheinung. Diese Hierarchie dient als Leitfaden für die richtige homöopathischen Arzneimittelwahl, denn die Leitsymptome weisen letztendlich auf das richtige Mittel.

Arzneimittelprüfungen sind die Grundlage für die so genannte homöopathische Materia Medica, das Arzneimittellehrbuch in der Homöopathie.

Materia Medica und Repertorien

Die Materia Medica ist ein umfassendes Lehrwerk über homöopathische Arzneimittel. In dem homöopathischen Arzneimittellehrbuch sind alle Krankheitssymptome, Krankheitsbilder, Modalitäten wie Zeiten, Verschlechterungen oder Verbesserungen bestimmter Zustände sowie die Besonderheiten der homöopathischen Einzelmittelbilder ausführlich aufgeführt, die bei der Anwendung oder bei dem Arzneimittelprüfungen beobachtet wurden. Die Materia Medica umfasst über zweitausend homöopathische Arzneimittel. Für einen Homöopathen ist die Materia Medica die Basis seiner Arbeit und unverzichtbar für eine erfolgreiche Mittelwahl.

Die erste Materia Medica, die „Reine Arzneimittellehre“ stammte von Samuel Hahnemann. Zu den heutigen Standartwerken gehören aber auch die Werke von bedeutenden Homöopathen wie z.B. von Freiherr von Bönninghausen, Constantin Hering, H.C. Allam, Kent, Clarke, Nash und vielen mehr.

Homöopathen arbeiten zudem mit so genannten Repertorien. Repertorien stellen dabei praktische Hilfsmittel dar, anhand derer ausgebildete Homöopathen die von ihren Patienten beschriebenen individuellen Symptome in die entsprechenden Rubriken des Repertoriums übersetzen können. Die Rubriken zeigen dann eine Auswahl verschiedener homöopathischer Mittel an, die zur Anwendung kommen könnten. Ein Repertorium ist ein ausführliches Verzeichnis über die erfassten Symptome geprüfter Arzneien.

Das Grundprinzip der Homöopathie: Ähnlichkeitsregel (Simileprinzip)

Der Begriff Homöopathie kommt aus dem Griechischen und meint übersetzt „Ähnlich dem Leiden“. Nach Hahnemanns vielen Selbstversuchen und Patienten-Beobachtungen war seine Schlussfolgerung, dass Arzneien, Drogen oder andere Gifte in hoher Dosierung genau die Krankheitssymptome bei Gesunden hervorrufen, die bei bestehenden Krankheiten zu einer Heilung führen können. Er begründetet damit sein Ähnlichkeitsprinzip (Simileprinzip),  den wichtigsten Grundsatz der klassischen Homöopathie: „SIMILIA SIMILIBUS CURENTUR“ – „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“.

Es gibt viele anschauliche Beispiele für Hahnemanns Ähnlichkeitsprinzip. Zwei davon sind die homöopathischen Mittel Apis mellifera, die Honigbiene oder Allium cepa, die Küchenzwiebel:

Apis mellifera wird sowohl aus dem Gift der Honigbiene als auch aus der gesamten Biene hergestellt. Wenn ein Mensch von einer Biene gestochen wird, entstehen brennende Schmerzen und Schwellungen. In der klassischen Homöopathie findet Apis genau dann Anwendung, wenn der Patient unter brennenden Schmerzen, geschwollenen Schleimhäuten bei Insektenstichen oder Hautausschlägen leidet.

Das homöopathische Mittel Allium cepa, die Küchenzwiebel verursacht beim Schälen der Zwiebel tränende Augen und eine laufende Nase. In der Homöopathie kommt das Mittel deshalb häufig bei grippalen Infekten mit Schnupfen oder bei entzündeten Augen mit Tränenfluss zum Einsatz.

Was bedeutet der zentrale Begriff Lebenskraft in der Homöopathie?

Hahnemann verstand unter dem Begriff Lebenskraft eine unsichtbare, dynamische Kraft, die in jedem Lebewesen innewohnt und vor äußeren Einflüssen und Erkrankungen seine schützende Wirkung entfaltet. Es ist eine Art innere Energie, welche die Selbstheilungskräfte anregt. Die Lebenskraft eines Menschen ermöglicht, Schicksalsschläge oder Emotionen wie Wut, Trauer oder Frustrationen zu überwinden. Seine Forschungen über die Ursachen von Gesundheit und Krankheit führten zu folgender Beobachtung, dass einige Menschen sehr anfällig für Erkrankungen waren und andere Menschen wiederum nur sehr selten eher leichtere Beschwerden hatten.

Seine Erkenntnis daraus war, dass in jedem Menschen eine innere Kraft steckt, die das Immunsystem und die Abwehrkräfte reguliert und steuert. Diese Lebenskraft ist jedem Menschen von Geburt an mitgegeben. Trotzdem kann die Lebenskraft während des Lebens geschwächt oder gestärkt werden.

Für Hahnemann waren dementsprechend Krankheiten eine Fehlfunktion der Lebenskraft. Krankheiten entstehen und entwickeln sich nur unter bestimmten Bedingungen und besonders dann, wenn die Lebenskraft geschwächt ist. In einer homöopathischen Behandlung stehen deshalb auch immer die Regulierung der Lebenskraft und die Anregung der Selbstheilungsprozesse durch homöopathische Arzneien im Mittelpunkt des Geschehens.

Homöopathische Mittel

Homöopathische Arzneimittel kommen überwiegend aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralienreich. Darunter befinden sich auch hochgiftige Substanzen wie beispielsweise Arsen, Eisenhut (Aconitum) oder Schlangengifte. Außerdem gibt es in der Homöopathie so genannte Nosoden: das sind Mittel, die aus krankem (pathologischem) Material wie beispielsweise Blut, Eiter, Krankheitserregern oder Krebszellen von Menschen und Tieren gewonnen werden. Damit es während oder nach der Einnahme des homöopathischen Mittels zu keiner Vergiftung kommt, werden die Wirksubstanzen stark verdünnt (potenziert).

Homöopathische Potenzen

Bei der Verabreichung homöopathischer Arzneien machte Hahnemann eine zentrale Entdeckung: Die Mittel weisen eine stärkere und bessere Wirkung auf, wenn diese stark verdünnt verabreicht wurden. Diese Verdünnungen bewirken zudem, dass homöopathische Mittel keine Nebenwirkungen aufweisen.

Die Potenzierung ist eine besondere homöopathische Zubereitungsform der Arzneimittel und meint die Verdünnung und Verschüttelung einer Substanz. Auf diese Art und Weise wird die Minimierung der teilweise giftigen Dosis und eine Wirkungssteigerung eines homöopathischen Mittels erreicht. Durch das Verdünnen einer Urtinktur mit Alkohol und Wasser und durch weitere Verschüttelung werden die Substanzen immer mehr von ihren materiellen Teilen herausgelöst und enthalten nur noch die für die Ausgangssubstanz typische Information. Grobstoffliches wird bei der Potenzierung in Feinstoffliches umgewandelt. Im Falle eines Gänseblümchens (Bellis perennis), wird die biologisch-physikalische Substanz aus dem Extrakt der Pflanze stark herausverdünnt. Bei der Verschüttelung werden dann die Eigenschaften und Informationen der Ursubstanz auf Alkohol oder Milchzucker übertragen. Das neu entstandene Produkt hat gemäß der homöopathischen Lehrmeinung dabei nicht aufgehört, Bellis perennis zu sein.

Gebräuchliche homöopathische Potenzen

D-Potenzen stehen für eine Verdünnung im Verhältnis 1:10. Von der gelösten Ausgangssubstanz (Ursubstanz) wird 1 Tropfen mit 9 Tropfen Alkohol verdünnt und mit 10 Schlägen verschüttelt. Es ist eine D1 entstanden. Nun wird 1 Tropfen von der D1 mit 9 Tropfen Alkohol verdünnt und verschüttelt und die D2 ist entstanden. Dieser Vorgang wird entsprechend der gewünschten Potenz in den gleichen Schritten fortgesetzt. Die häufigsten D-Potenzen, die z.B. bei der Selbstbehandlung Anwendung finden, sind: D4, D6 und D12.

C-Potenzen stehen für eine Verdünnung im Verhältnis 1:100. Von der gelösten Ausgangssubstanz (Ursubstanz) wird 1 Tropfen mit 99 Tropfen Alkohol verdünnt und mit 10 Schlägen verschüttelt. Häufige C-Potenzen sind eine C30 und C200. C30-Potenzen werden in akuten Fällen angewendet und sind die gängige Potenz in Haus-, Reise- und Notfall-Apotheken. Eine C200 wird eher bei chronischen Beschwerden angewendet und sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Homöopath eingenommen werden.

LM / Q-Potenzen stehen für eine Verdünnung im Verhältnis 1:50.000. Von der gelösten Ausgangssubstanz (Ursubstanz) wird 1 Tropfen mit 50.000 Tropfen Alkohol verdünnt und mit 100 Schlägen verschüttelt. Häufig verwendete LM- oder Q-Potenzen sind LM1, LM3, LM6, LM12, LM18, LM24. LM-Potenzen werden eher bei chronischen Beschwerden eingesetzt und sollten nur in Absprache mit einem homöopathischen Arzt eingenommen werden.

Homöopathische Mittel: Einnahme & Dosierung

Für die Einnahme homöopathischer Arzneien gibt es keine allgemeingültigen Dosierungsrichtlinien. Die Dosierung bei der Anwendung hoher Potenzen hängt vielmehr von den persönlichen Erfahrungen eines fachkundigen Arztes oder Heilpraktikers, bzw. Homöopathen ab. Hohe Potenzen sind alle Mittel ab D12 sowie LM- bzw. Q-Potenzen. Grundsätzlich sollten hohe Potenzen nur unter Aufsicht eines Fachkundigen eingenommen werden.

Niedrige Potenzen wie D1- D12 oder C1- C12 kommen bei einfachen und mäßigen Beschwerden zum Einsatz. Eine Einzelgabe (1-3 Globuli) kann bei akuten Krankheiten alle zehn Minuten bis jede Stunde wiederholt werden, bis eine Besserung eintritt. Nach einer Besserung werden die Einnahmeintervalle vergrößert bis die Symptome verschwunden sind. Die Niedrigpotenzen eignen sich zur Selbstbehandlung.

Mittelhohe Potenzen sind C12, C30 oder D12. Eine homöopathische Haus- und Notfallapotheke sollte idealerweise homöopathische Mittel in diesen Potenzen enthalten. Bei bereits einer einmaligen Gabe (1-3 Globuli) der Potenz C30 kann sich ein positiver Effekt einstellen. Die Wirkung des Mittels kann bis zu einigen Wochen andauern und durch kräftiges Durchschlagen (Verkleppern) im Wasserglas und schlückchenweises Trinken intensiviert werden. Mittelhohe Potenzen sind in der Wirkdauer und Wirktiefe viel größer als niedrige Potenzen.

Hohe Potenzen wie C200 oder C1000 sind nur in Absprache mit einem behandelnden homöopathischen Arzt einzunehmen wie auch LM-, bzw. Q-Potenzen, die auch zu den hohen Potenzen zählen. Die hohen C-Potenzen können nach nur einer Gabe mehrere Wochen ihre Wirkung entfalten, weshalb die Mittelgabe nicht vorschnell wiederholt werden sollte. LM- oder Q-Potenzen hingegen können täglich eingenommen werden, weil sie einerseits schnell und stark in ihrer Wirkung sind, andererseits ihre Wirkung auch relativ schnell wieder abklingt. Sie sind in der Regel in Tropfenform erhältlich und werden einmal täglich eingenommen. Vor jeder Einnahme muss das Fläschchen zehnmal kräftig geschüttelt werden, um eine neue Potenzierung zu erzielen. Die Tropfen (2-3 Tropfen) werden direkt auf die Zunge gegeben oder in ein Glas Wasser verrührt.

Was ist bei der Einnahme homöopathischer Mittel zu berücksichtigen?

Homöopathische Mittel gibt es in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen (Dilution). Die Tropfen haben einen hohen Alkoholgehalt (über 40%) und sollten bei Kleinkindern und Alkoholkranken keine Anwendung finden. Die Grundsubstanz der Tabletten ist Milchzucker und sollten bei einer bestehenden Laktoseintoleranz nicht verwendet werden. Globuli sind kleine Kügelchen aus Zucker, auf die das homöopathische Mittel aufgetragen wird. Der Zuckergehalt ist aber so gering, dass auch Diabetiker die Globuli einnehmen können.

Ein homöopathisches Mittel sollte nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen eingenommen werden. Homöopathische Mittel wirken über die Mundschleimhaut, deshalb sollte zwischen der Einnahme und einer Mahlzeit ein Abstand von ca. 30 Minuten liegen. Um einen intensiven Kontakt mit der Schleimhaut zu gewährleisten, sollte der Wirkstoff möglichst lange im Mund zergehen können. Globuli sollten dafür langsam unter der Zunge schmelzen.

Verschiedenen Stoffen wird die Fähigkeit zugeschrieben, die Wirkung homöopathischer Mittel abzuschwächen oder gar aufzuheben. Aus diesem Grund sollten homöopathische Tropfen auch nicht mit einem Metalllöffel oder mit der Hand, sonders mit einem Plastik- oder Porzellanlöffel eingenommen werden.

Folgende äußerliche Reize sollten während der Einnahme homöopathischer Arzneien vermieden werden:

  • Kaffee, koffeinhaltige Getränke, Menthol, Pfefferminze, Kampfer, Kamille
  • Ätherische Öle aus der Aromatherapie (Duftlampen, Öle, Badeessenzen)
  • Mixturen aus Vitaminen und  Mineralstoffen, die “prophylaktisch” eingenommen werden, z.B. Aloe, Eisen,Zink, Selen, Kupfer, Iod
  • Eisen- und Metalllöffel sollten zur Einnahme nicht benutzt werden, um das Mittel keinem elektrischen Spannungsfeld / Magnetfeld auszusetzen

Die Erstverschlimmerung

In seltenen Fällen kann nach der Einnahme einer homöopathischen Arznei eine vorübergehende Erstreaktion (Erstverschlimmerung) auftreten. Die so genannte Heilkrise ist unbedenklich und nur von kurzer Dauer. Krankheitssymptome treten vorübergehend heftiger auf, was als positives Zeichen gewertet werden kann, weil das richtige Arzneimittel gewählt wurde. Eine Erstverschlimmerung liegt auch dann vor, wenn ältere Erkrankungen plötzlich und kurz in Erscheinung treten. Auch diese Reaktion ist positiv zu bewerten, weil der Organismus auf die Arznei reagiert.

Für den Fall, dass es zu einer Verschlechterung der Beschwerden kommt, eine Erstreaktion längere Zeit anhält, die Beschwerden sehr heftig sind oder bestehen bleiben, sollte die Behandlung abgebrochen werden und ein Arzt aufgesucht werden.

Aufbewahrung und Haltbarkeit homöopathischer Mittel

Homöopathische Arzneien sind stark verdünnte (potenzierte) Substanzen, die sich in einem Glasröhrchen oder Glasfläschchen befinden. Die Mittel sind gegenüber Fremdeinflüssen sehr empfindlich, weshalb sie an einem kühleren und sonnengeschützten, dunklen Ort aufbewahrt werden sollten. Extreme wie Hitze, Feuchtigkeit oder Frost werden von den Arzneien nicht vertragen. Empfehlenswert ist zudem, dass die Mittel nicht in unmittelbarer Nähe von stark riechenden Substanzen wie Parfüm oder ätherische Öle aufbewahrt werden. Folgende Substanzen sollten vermieden werden: Menthol, Eukalyptus, Kampfer, Kamille, Pfefferminze und Teebaumöle. Aber auch Kaffee, Tee, Knoblauch, Zwiebeln oder stark duftende Pflanzen können die Wirkung der Mittel beeinflussen. Grundsätzlich sollten homöopathische Mittel auch nicht in der Nähe von elektrischen Geräten, Fernseher, Handys oder Mikrowellen gelagert werden. Auf Reisen sollte ein heftiges Durchschütteln von flüssigen Arzneien vermieden werden, denn durch die Verschüttelung erhöht sich ungewollt die Potenz des Mittels.

Homöopathische Mittel verfügen über eine lange Haltbarkeit. In den meisten Fällen können die Arzneien über mehrere Jahre verwendet werden.

Homöopathische Selbstbehandlung

Aufgrund der guten Verträglichkeit homöopathischer Mittel, die zudem keine Nebenwirkungen aufweisen, wird gerne eine homöopathische Selbstbehandlung in Betracht gezogen. Zentral für eine erfolgreiche Behandlung sind nicht nur die Diagnosestellung, sondern auch die individuellen Krankheitszeichen, die für die Mittelwahl von Bedeutung sind. Jeder Mensch reagiert auf ganz individuelle Art und Weise auf eine Beschwerde, aus diesem Grund können auch viele verschiedene homöopathische Mittel bei bestimmten Krankheitsbildern in Betracht kommen. Umgekehrt kann aber auch ein homöopathisches Einzelmittel bei vielen verschiedenen Beschwerden Anwendung finden.

Jede Selbstbehandlung sollte mit immer großer Vorsicht durchgeführt werden. Grundsätzlich sollte immer eine professionelle, medizinische Behandlung erfolgen, wenn sich akute Beschwerden nicht in kurzer Zeit verbessern, Komplikationen drohen oder der Betroffene sich in einem sehr schlechten Allgemeinzustand befindet. Auch bei schweren Erkrankungen mit schlechtem Allgemeinzustand oder fortgeschrittenen Krankheiten die über längere Zeit bestehen, sollte keine Selbstbehandlung durchgeführt werden. Die homöopathische Selbstbehandlung ersetzt keine aufklärende Beratung und Diagnose durch einen fachkundigen Arzt. Auch sollten in keinem Fall verschriebene Medikamente eigenmächtig abgesetzt werden und der behandelnde Arzt sollte immer über eine homöopathische Behandlung in Kenntnis gesetzt werden.

Die wichtigste Grundlage einer erfolgreichen Selbstbehandlung ist die Wahl des passenden homöopathischen Mittels. Es sollten jedoch noch einige weitere wichtige Regeln bezüglich der Möglichkeiten und Grenzen der Homöopathie, der Differenzierung zwischen akuten und chronischen Beschwerden, der Potenzen, Einnahme sowie der Dosierung berücksichtigt werden.

Möglichkeiten und Grenzen einer homöopathischen Selbstbehandlung

Die Homöopathie eignet sich für Menschen jeden Alters: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Schwangere und auch ältere Menschen können von einer homöopathischen Behandlung profitieren. Wie aber jede andere Therapieform auch, hat die Homöopathie ihre Möglichkeiten und Grenzen. Das bezieht sich einerseits auf die Erkrankung selbst, andererseits aber auch auf den medizinischen Laien bzw. Selbstanwender, der bedrohliche Situationen gefährlich unterschätzt. Bei einer Selbstbehandlung muss der Anwender einschätzen können, um welche Art der Erkrankung es sich handelt und ob eventuelle Komplikationen zu erwarten sind. Auch die Einschätzung der richtigen homöopathischen Mittelwahl, der Dosierung und korrekten Anwendung sowie des Behandlungsverlaufs sollte stets seriös und realistisch abgewogen werden.

Die Grenzen einer homöopathischen Selbstbehandlung

Eine homöopathische (Selbst-) Behandlung stößt an seine Grenzen, wenn es sich um chronische oder wiederkehrende Erkrankungen handelt. In diesem Fällen sollten nur erfahrene homöopathische Ärzte eine Behandlung durchführen. Auch schwere und hochakute Krankheiten gehören in professionelle schulmedizinische Hände, wie auch mögliche Komplikationen, die lebensbedrohlich werden können. Dazu gehören unter anderem Kreislaufschwäche, Blut- und Flüssigkeitsverluste, Atemnot und drohende Abszessbildung. Tumorerkrankungen und schwere psychische Störungen oder psychiatrische Erkrankungen sollten ebenfalls erfahrenen Fachärzten und Spezialisten vorbehalten bleiben.

Die Möglichkeiten einer homöopathischen Behandlung

Gerade eine Selbstbehandlung sollte nur bei akuten Beschwerden durchgeführt werden.  Bei funktionellen Erkrankungen wie zum Beispiel Schlafproblemen, Schwäche und Erschöpfungszuständen, Menstruationsbeschwerden, bestimmte Formen von Kopfschmerzen oder bei Infektanfälligkeit, kann eine homöopathische Behandlung angezeigt sein und seine Wirkung entfalten. Ebenso bei leichten bis mittelschweren Verstauchungen oder Verletzungen, wenn keine schuldmedizinische oder chirurgische Behandlung von Nöten ist. Bei akuten und unkomplizierten, entzündlichen Erkrankungen wie grippale Infekte, Hals-, Blasenentzündungen oder Hautreizungen oder bei Allergien ohne Komplikationsgefahr können homöopathische Mittel zum Einsatz kommen.

Homöopathische Mittel bei akuten und chronischen Erkrankungen

Elementar wichtig für eine homöopathische Selbstbehandlung ist zunächst die Differenzierung zwischen akuten und chronischen Krankheitsbildern, denn eine chronische Behandlung oder eine Konstitutionsbehandlung gehört immer in die Hände eines fachkundigen Homöopathen. Die Wahl des passenden homöopathischen Mittels bei chronischen Erkrankungen ist besonders schwer und anspruchsvoll, denn sie umfasst eine exakte Fallaufnahme, eine genaue Analyse des Falles und eine sorgfältige Verschreibung des Mittels. Bei akuten Erkrankungen gestaltet sich die Mittelwahl etwas einfacher, bedarf aber ebenso einer genauen Beobachtung und Analyse des Geschehens.

Akute Erkrankungen zeichnen sich darin aus, dass die Symptome plötzlich, schnell und heftig auftreten und durch einen erkennbaren Beginn und ein deutliches Ende gekennzeichnet sind. Akute Symptome sind oft auffällige Symptome mittels derer sich das passende Mittel leichter zuordnen lässt. Chronische Erkrankungen hingegen sind charakterisiert durch einen langsamen, schleichenden Verlauf oder durch ständig wiederkehrende Beschwerden. Bei chronischen Krankheitsverläufen gibt es auch immer wieder beschwerdefreie Intervalle. Allgemein betrachtet, nehmen die Beschwerden im Laufe der Zeit zu und die Lebenskraft des Körpers wird immer weiter geschwächt.

Welche Potenzen homöopathischer Mittel eignen sich für eine Selbstbehandlung?

Für eine Selbstbehandlung eignen sich Niedrigpotenzen wie D1- D12 oder C1- C12. Bei akuten, einfachen und mäßigen Beschwerden kommen in erster Linie die Potenzen D6 oder D12 zum Einsatz. Je heftiger die Beschwerden sind, desto häufiger erfolgt die Mitteleinnahme von niedrigen Potenzen. Sobald eine Besserung eintritt, wird das Mittel seltener eingenommen und dann abgesetzt. Homöopathische Mittel in einer C30 Potenz eignen sich auch zur Selbstbehandlung von akuten Beschwerden. In homöopathischen Haus-, Reise- und Notfallapotheken finden sich häufig C30-Potenzen.

Was bedeutet die homöopathische Mengenangabe eine Gabe?

Homöopathische Arzneimittel gibt es hauptsächlich in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen. Für die Anwendung eines Mittels wird häufig als Dosis eine Einzelgabe angegeben. Eine Einzelgabe entspricht 1-5 Globuli, 1 Tablette oder 5 Tropfen.

Dauer und Häufigkeit der homöopathischen Mitteleinnahme während der Selbstbehandlung

Homöopathische Mittel sollen nur so lange eingenommen werden, wie die Beschwerden andauern. Sobald eine Besserung eintritt, wird das Mittel seltener eingenommen und dann abgesetzt.

Bei hochakuten Symptomen sollte die Mittelgabe alle 5-10 Minuten erfolgen und auf insgesamt 5 Gaben begrenzt sein. Bei akuten Beschwerden erfolgt die Einnahme einer Gabe etwa alle zwei Stunden für maximal 24 Stunden. Wichtig während der Einnahme homöopathischer Mittel ist eine intensive Selbstbeobachtung hinsichtlich einer Veränderung oder Verbesserung der Krankheitssymptome zentral. Stellt sich nach der Einnahme eine Besserung ein, wird der Abstand der einzelnen Gaben verlängert und bei hergestelltem Wohlbefinden abgesetzt.

Bei einer akuten Erkrankung sollte das richtig gewählte homöopathische Mittel in relativ kurzer Zeit, bis zu zwei Stunden eine Wirkung gezeigt haben. Tritt keine Wirkung ein, könnte der Grund darin liegen, dass entweder das gewählte Mittel nicht passend war oder dass die Einschätzung zwischen akuter oder chronischer Erkrankung nicht richtig war. Das Problem ist, dass Symptome, die akut in Erscheinung treten, nur eine „akute Episode“ einer chronischen Erkrankung sein könnten. In so einem Fall sollte die Mittelwahl nach bestimmten Kriterien einer chronischen Behandlung erfolgen und zwar durch einen erfahrenen Homöopathen.

Die Dauer einer chronischen Behandlung ist sehr individuell und auch abhängig von den zu behandelnden Beschwerden. Lange bestehende Beschwerden benötigen meist auch eine längere Behandlungsdauer.

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