Organuhr
Organuhr: So profitierst Du im Alltag von der Organuhr!
18. Januar 2017
Farbtherapie (Chromotherapie)
28. Januar 2017

Matcha

Matcha-Tee – das leuchtend grüne Traditionsgetränk aus Japan gilt als gesundheitsfördernder Super-Drink, Muntermacher und Fitness-Wunder. Dabei bezeichnet Matcha eine besondere Grüntee-Sorte und bedeutet aus dem Japanischen übersetzt „gemahlener Tee“. Bei regelmäßigem Genuss soll der Tee aus gemahlenen Grünteeblättern sogar die Entstehung schwerwiegender Erkrankungen verhindern. Doch wie gesund ist Matcha-Tee wirklich?

Für die Teesorte Matcha lassen sich viele überzeugende Studien zur Wirkung von Grüntee übertragen. Da Matcha kein Tee-Aufguss ist, sondern ein Extrakt, welc aus den frischen Teeblättern der Matcha-Pflanze gewonnen wird, ist der Anteil der gesunden Inhaltsstoffe wesentlich höher als bei herkömmlichem Grünen Tee.

Teekenner sind sich sicher: Matcha-Tee macht leistungs- und konzentrationsfähiger, schmeckt hervorragend und ist in der Küche ein wahrer Tausendsassa. Neben Tee, Smoothies und Limonaden lassen sich mit dem grünen Pulver auch Kuchen und viele andere Leckereien kreieren.

Anbau und Qualitätsunterschiede

Der Ursprung des Matcha-Anbaus liegt in China. Im 12. Jahrhundert wurde der Grüne Tee dann auch in Japan bekannt. Ein Zen-Meister hatte die besondere Zubereitungsart dieses Tees in sein Heimatland mitgebracht. Im Vergleich zu anderen Aufgüssen aus ganzen oder gebrochenen Teeblättern, überraschte der Matcha mit einer besonders belebenden Wirkung, was den buddhistischen Mönchen ermöglicht haben soll, intensiver zu meditieren.

Die besten Tees werden auch heute noch in Japan angebaut und verarbeitet, wobei die Hauptanbaugebiete in den japanischen Regionen Nishio und Uji liegen. Die Grüntee-Sorten können dabei nach ihrer Anbau- und Herstellungsmethode unterteilt werden:

  • Gyokuro und Kabusecha (beschattet, voll oder halb beschattet) sowie Sencha und Bancha (unbeschattet)
  • Tencha, Sencha, Gyokuro (Tees von jüngeren Blättern)
  • Bancha (Tees von gröberen Blättern)
  • Karigane und Kukicha (Tees von Stängeln)
  • Matcha und Micro Cha (Pulvertee)

Traditionell wird Matcha aus der Grüntee-Sorte Tencha sowie teilweise auch aus Gyokuro gewonnen. Dabei handelt es sich bei Tencha um einen Tee, der drei bis vier Wochen vor der Ernte beschattet wird. Wie bei allen anderen Schattentees auch, entwickeln sich durch den Schattenbau mehr Aminosäuren, Koffein und bestimmte Bitterstoffe im Tee. Bei der Ernte werden beim Tencha und Gyokuro nur die obersten und zartesten Sprossen gepflückt, die gedämpft und anschließend getrocknet werden. Im nächsten Verarbeitungsschritt wird der Tencha in einer Stein- oder Granitmühle langsam gemahlen, wodurch das hellgrüne Pulver entsteht. Da die Herstellung sehr aufwendig ist, gilt das Grünteepulver als besonders edel und wird in verschiedenen Qualitäten zu hohen Preisen gehandelt.

Der US-Markt sowie der europäische Markt werden ganz besonders mit Matcha überschwemmt, die eine untere Qualitätskategorie besitzen. Sie werden sehr günstig gekauft und in hohen Mengen verkauft. Sie besitzen eine blasse und leicht gelbliche Färbung und sind im Geschmack bitter und säuerlich. Zwar wird Matcha auch in größeren Mengen in China produziert, die geschmackliche Qualität reicht aber nicht an die des japanischen Matcha heran und schmeckt sehr viel bitterer und kräftiger.

Der echte japanische Matcha aus Tencha schmeckt hingegen süßlich, sanft, cremig und besitzt ein leicht herbes Aroma. Gutes Matcha-Pulver zeichnet sich zudem durch die intensive grüne Farbe und einem starken Geruch nach Tee aus. Das Pulver sollte zudem gleichmäßig pudrig sein. Befinden sich größere Stückchen im Tee, ist die Qualität minderwertig. Auch in Bezug auf den Geschmack gibt es bei den Matcha-Produkten Unterschiede. Hier gilt: Je geringer die Bitterkeit – desto höher die Qualität.

Die gehobenen mittleren und Top-Qualitäten unterscheiden sich in Bezug auf die gesundheitlichen Aspekte kaum. Beispielsweise kann günstiger chinesischer Bio-Matcha in der Küche bei der Zubereitung von Speisen oder Getränken genutzt werden. Für die Teezubereitung sind hingegen die Top-Qualitäten zu empfehlen.

Zu unterscheiden ist wie folgt:

  • Premium Grade: Hierbei handelt es sich um eine Qualitätsstufe des Matcha, die auch außerhalb von Japan weit verbreitet ist und sich für den täglichen Gebrauch eignet. Hergestellt wird der Matcha aus Tencha.
  • Ceremonial Grade: Für die japanische traditionelle Teezeremonie kommt meist der starke Koicha-Tee zum Einsatz, der durch Süße und Milde besticht. Ceremonial Grade Produkte werden mit folgenden Zusatzbezeichnungen gekennzeichnet: Ceremonial Grade, Competition Grade, Pinnacle, Premium Silver, Gold, Platin, Super Premium.
  • Ingredient Grade: Damit der Matcha einen kräftigen Eigengeschmack erhält, werden ältere Teeblätter verwendet, um ihn für Speisen und Getränke verwenden zu können. Oftmals wird für die Herstellung jedoch geringere Qualität genutzt, weshalb der tägliche Gebrauch nicht empfohlen wird.
  • Micro Cha: Wenn Pulver aus ganzen Teeblättern inkl. Stängel und Adern aus unbeschattetem Sencha oder halbbeschattetem Kabusecha hergestellt wird, handelte es sich um keinen echten Matcha, sondern um Micro Cha. Dieser unterscheidet sich zum Matcha auch in seinen Inhaltsstoffen, kann aber trotzdem bei hoher Qualität als Ergänzung zum Matcha dienen.

Matcha – Nährstoffe des Superfoods

Die Liste an Nährstoffen ist lang und beeindruckend zugleich. So enthält Matcha-Tee unter anderem folgende Wirkstoffe:

  • Polyphenole sind natürliche Pflanzenstoffe, die wie Antioxidantien wirken. Sie gelten als Geheimnis der gesunden Ernährung und sollen vor chronischen Krankheiten schützen.
  • Tannin gehört zu den Polyphenolen und sind Gerbstoffe, die an das Teein gebunden sind. Sie beruhigen einen gereizten Magen-Darm-Trakt.
  • Catechine (Bitterstoffe) zählen ebenfalls zu den Polyphenolen und sind in besonders großer Menge im Matcha-Tee enthalten. Sie wirken als starkes Antioxidans, regulieren den Cholesterinhaushalt, dienen dem Zellschutz und hemmen die Hautalterung.
  • Teein (Koffein) ist im Tee an die Polyphenole gebunden, weshalb die belebende Wirkung erst später, aber dafür auch langhaltender spürbar ist, als Teein im Kaffee.
  • Theophyllin wird in Medikamenten gegen Bronchialkrankheiten und Bronchialasthma verwendet, sodass diesem Wirkstoff eine entzündungshemmende und bronchienerweiternde Wirkung zugeschrieben werden kann.
  • Chlorophyll ist verantwortlich für die intensive grüne Farbe der Matcha-Pflanze und gilt als hervorragendes Antioxidans. Zugleich hilft es dem Körper zu entgiften und reguliert den pH-Wert des Blutes.
  • Aminosäuren (Proteine) sind die Bausteine des Lebens und die Grundlage unseres Stoffwechsels. Matcha-Tee enthält einen hohen Anteil an L-Theanin, das für eine Erhöhung der Konzentration und zu einem entspannten Gefühl verhelfen kann. Nicht umsonst wird die Aminosäure häufig gegen Schlafstörungen und depressive Verstimmungen eingesetzt.

Des Weiteren enthält Matcha-Tee viele weitere wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, wie zum Beispiel Vitamin A, B1 und B6, C, Calcium, Magnesium, Kalium, Eisen und Kupfer.

Matcha Wirkung und Anwendungsbereiche

Die vielfältige Zusammensetzung der Inhaltsstoffe macht aus dem Matcha-Tee ein Allround-Talent. So kann die Kombination aus Teein und Tannin belebend wirken sowie die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit steigern. Gleichzeitig wirkt Tannin entspannend und stimmungsaufhellend. Das Zusammenspiel beider Wirkstoffe führt dazu, dass Teekenner den Matcha-Tee als munter-, aber nicht nervösmachend beschreiben.

Der hohe Anteil an Aminosäuren im Matcha-Tee kann bei regelmäßigem Konsum eine sanfte Stimulation der Stoffwechselprozesse im Körper mit sich bringen. Der Körper erhält Energie und die Fettverbrennung wird angekurbelt, weshalb Matcha-Tee häufig auch im Rahmen einer Diät empfohlen wird.

Eine besondere Bedeutung kommt den Catechinen zu, vor allem dem Epigallocatechin-Gallat (EGCG), weil die Wirkung in der Prävention von Krebs dokumentiert ist. Zudem zeigen Forschungsarbeiten, dass sich das EGCG günstig auf degenerative und altersbedingte Krankheiten auswirken kann.

Auch das Herz profitiert von Matcha-Tee. Während dem Herz ein hoher Kaffeekonsum schaden kann und schlimmstenfalls sogar zu einem Herzinfarkt führt, konnten Forscher feststellen, dass Grüntee – was auch auf den Matcha-Tee übertragen werden kann – die Herzgesundheit positiv beeinflussen kann.

Matcha vs. Kaffee

Koffein wirkt direkt auf das Zentralnervensystem, weshalb der Konsum von Kaffee und Tee äußerst beliebt ist. Der Koffeingehalt ist dabei immer abhängig von der jeweiligen Kaffee- oder Teesorte. Dennoch kann eine Tasse Kaffee mehr als das Doppelte an Koffein enthalten, als eine Tasse Grüntee. Grund hierfür ist, dass für die Kaffeezubereitung mehr Pulver genommen wird, als Teeblätter für eine Teetasse. Im Vergleich zu Kaffee bietet Matcha-Tee den großen Vorteil, dass er viele Catechine (Gerbstoffe) enthält, sodass das Koffein langsam über den Darm in das Blut gelangt und nicht wie bei Kaffee blitzschnell über den Magen. Die Koffeinwirkung wird auf diese Weise abgeschwächt.

Darüber hinaus beinhaltet Matcha-Tee sekundäre Pflanzenstoffe, ätherische Öle, Aminosäuren, Vitamine und viele weitere wichtige Substanzen, die in ihrer Wechsel- und Kombinationswirkung einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben können. Außerdem wird durch die Aminosäure L-Theanin das Nervensystem beruhigt sowie die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit verbessert.

Ein weiterer wichtiger Grund, um von Kaffee auf Matcha-Tee zu wechseln, ist die Zahngesundheit, denn der regelmäßige Genuss von Matcha-Tee verfärbt anders als Kaffee oder Schwarztee nicht die Zähne. Zudem tragen die EGCG zu einer Kariesprävention bei, da verschiedene Enzyme die kariesauslösenden Bakterien hemmen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Matcha-Tee die weitaus gesündere Koffein-Variante ist. Wer nicht komplett auf den Kaffee-Konsum verzichten möchte, kann diesen auch mit Matcha-Tee kombinieren. Beispielsweise könnte morgens Matcha-Tee, mittags oder nachmittags ein Kaffee getrunken werden.

Matcha Pulver oder Kapseln?

Matcha-Tee ist als Pulver oder in Form von Kapseln erhältlich. Traditionell wird der Matcha-Tee in Pulverform genossen, um ein aromatisches Heißgetränk herzustellen. Wer lediglich die Inhaltsstoffe zuführen möchte, ohne in den Genuss des Tees zu kommen, kann ggf. auf Kapseln zurückgreifen. Hier ist aber unbedingt auf ein besonders hochwertiges Präparat zu achten, denn vielfach werden für die Herstellung der Kapseln minderwertige Tees verwendet, die die Nährstoffe in deutlich geringerer Konzentration enthalten.

Die Zusammensetzung der Kapseln sollte einem ähnlichen Nährstoffgehalt entsprechen wie die Pulvermenge, die für die Zubereitung einer Tasse Tee verwendet wird. Nur dann ist von einer ähnlich hohen Qualität auszugehen wie beim Genuss des Matcha-Tees in seiner ursprünglichen Darreichungsform.

Matcha: Tipps für die Zubereitung

Die Zubereitung des Matcha-Tees ist eine Kunst für sich, wozu die folgenden Utensilien benötigt werden:

  • Matcha-Tee: Pulverisierter Tee; idealerweise aus Japan.
  • Chawan (Matcha-Schale): Die Form und die Dicke spielen eine wichtige Rolle, weshalb eine spezielle Matcha-Schale gekauft werden sollte. Der Boden der Schale sollte eine gerade Fläche besitzen, damit das feine Pulver mit dem Besen gut vermischt werden kann.
  • Chasen (Bambus-Besen): Der Chasen vereinfacht das Vermischen des Pulvers mit dem warmen Wasser. Pulverklümpchen werden effektiv zerkleinert und es wird gleichzeitig Luft in den Matcha gehoben, sodass sich eine feine Schaumschicht bildet. Alternativ kann auch ein elektrischer Milch-Aufschäumer genutzt werden.
  • Chashaku (Bambus-Löffel): Der Chashaku ist kein Muss für die Matcha-Zubereitung, jedoch sehr praktisch für die Dosierung des Matcha-Pulvers. Als Alternative eignet sich ein Teelöffel (1 Teelöffel = doppelte Menge des Chashaku).
  • Natsume (Matcha-Dose) und Hishaku (Wasser-Schöpfkelle): Beide Utensilien dienen der Optik und werden nicht zwangsweise für die Zubereitung benötigt.

Stehen die Utensilien bereit, kann es mit der Matcha-Zubereitung losgehen:

  • Wasser auf 80 Grad Celsius erhitzen (ein Wasserkocher erzielt die Temperatur, wenn nach dem Kochen das Wasser bei geöffnetem Deckel ca. 5 Minuten stehen bleibt)
  • Bambusbesen vor der Verwendung ca. 5 Minuten in heißes Wasser (am besten in die Teeschale) stellen, damit die Borsten flexibel und geschmeidig werden
  • 1 bis 2 Gramm Matcha in die Teeschale geben
  • ca. 100 ml Wasser dazugeben
  • ca. 30 Sekunden lang den Tee locker aus dem Handgelenk schlagen

Die Wassermenge beeinflusst die Geschmacksintensität sowie die Konsistenz des Tees. Es empfiehlt sich, verschiedene Mengenverhältnisse auszuprobieren, bis das persönliche Geschmacksoptimum gefunden ist.

Die Pulverform des Matcha-Tees eröffnet vielfältige Zubereitungsmöglichkeiten, denn Matcha kann nicht nur in der traditionellen Teeform genossen werden, sondern eignet sich für zahlreiche warme und kalte Speisen und Getränke.

Besonders beliebt ist der Matcha-Latte. Hierfür werden 80 Milliliter Wasser aufgekocht und anschließend auf 80 Grad abgekühlt. Mit ungefähr 2 Gramm des Teepulvers wird der Matcha zubereitet. Der Tee wird schaumig geschlagen und mit einer beliebigen Menge erwärmter und aufgeschäumter Milch kombiniert.

Im Sommer sind Matcha-Smoothies ein echter Genuss. Dafür werden 3 Esslöffel Milch mit 2 Gramm Matcha-Pulver verrührt. Eine beliebige Obstsorte wird kleingeschnitten und zusammen mit 300 Milliliter Milch und etwas Honig oder Stevia zum Süßen vermischt und püriert. Zuletzt wird der Matcha-Tee untergerührt. Matcha-Smoothies schmecken besonders gut eisgekühlt.

Die Zubereitungsform des Matcha-Tees für die Smoothies eignet sich auch für Cocktails. Der Tee kann mit beliebigen Zutaten in alkoholischer und alkoholfreier Form kombiniert werden. Ein besonderes Highlight ist, dass die charakteristische grüne Farbe des Teepulvers den Cocktails eine sehr interessante Färbung verleiht.

Comments are closed.

Pin It on Pinterest

Share This