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Lomi Lomi Nui – Die traditionelle hawaiianische Massage
3. Januar 2019

Schröpfen

Was ist Schröpfen?

In den letzten Jahren ist das Schröpfen immer beliebter geworden. Vor allem Sportler setzen auf die Wirkungsweise der Schröpftherapie. Die Schröpfköpfe werden mittels Unterdruck auf der Haut festgesaugt, sodass Blut vermehrt in den geschröpften Bereich fließt. So sollen sich Schmerzen und muskuläre Verspannungen aber auch tiefer liegende Beschwerden lindern lassen. Als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin beruht die Methode auf langjähriger Anwendung im jeweiligen Anwendungsgebiet. Erfahren Sie, wie und wogegen das Schröpfen wirken soll, welche Schröpf-Methoden es gibt und viel weiteres nützliches Wissen rund um das Thema Schröpfen.

Die verschiedenen Schröpf-Methoden

Zum Schröpfen werden kugelförmige Glasgefäße mit einer Kreisöffnung verwendet. Diese werden je nach Schmerzen oder Beschwerden auf eine bestimmte Stelle der Haut des Patienten gesetzt. Erzeugt durch Hitze oder Abpumpen der Luft entsteht ein Unterdruck, sodass sich die Glocken an der Haut festsaugen. Dadurch entsteht ein Hämatom. Schmerzen entstehen dadurch nicht, das Gefühl wird von Patienten als entspannend beschrieben. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen trockenem und blutigem Schröpfen sowie der Schröpfmassage.

Trockenes Schröpfen

Beim trockenen Schröpfen bleibt der geschröpfte Hautbereich intakt. Lediglich Blutergüsse können durch den starken Unterdruck des Schröpfglases und die verstärkte Durchblutung entstehen. Das Trockenschröpfen soll vor allem gegen Verspannungen im Wirbelsäulenbereich helfen. Es regt die Durchblutung an und man geht davon aus, dass dem Körper so Energie zugeführt werde.

Blutiges Schröpfen

Das Verfahren des blutigen Schröpfens beruht auf dem Einritzen der Haut vor dem Schröpfen. Das ausleitende Verfahren bezeichnet den Blutaustritt während des Schröpfvorgangs. Das Energieniveau des Körpers soll so heruntergesetzt werden. Durch die Behandlung entsprechender Reflexzonen kann der sogenannte Aderlass Auswirkungen auf den Stoffwechsel und den Lymph- und Blutfluss und somit indirekt auch auf die inneren Organe haben.

Die Schröpfmassage

Der Schröpfmassage geht das Einölen der entsprechenden Körperstelle, meist des Rückens, voraus. Sie beruht auf den Wirkungen einer klassischen Massage, die durch das Schröpfen verstärkt werden sollen. Die aufgesetzten Schröpfgläser werden sanft über den eingeölten Rücken bewegt. Besonders bei Rückenschmerzen wird die Schröpfmassage eingesetzt, denn sie kann Einfluss auf die Durchblutung sowie den Lymphfluss nehmen.

Uralte Heilmethode – Geschichte des Schröpfens

Das Schröpfen beruht auf einer Jahrhunderte alten Tradition. Schon 3000 vor Christus wurde die Heilmethode von griechischen und ägyptischen Ärzten angewendet. Auch bei den Chinesen war das Schröpfen im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bekannt. In zahlreichen Kulturen wurde und wird das Verfahren bei der Heilung von Krankheiten eingesetzt. Die einzelnen Anwendungsgebiete und Wirkungen beruhen auf der langjährigen Anwendung und Tradition.

Anwendungsgebiete des Schröpfens – Wogegen hilft Schröpfen?

Das Schröpfen wird in der Therapie äußerst vielfältig eingesetzt. Aufgrund der verbesserten Durchblutung wird es zum einen bei akuten Schmerzen und Verspannungen, aufgrund der Stimulation der Reflexzonen auch zur Behandlung von tiefer liegenden Muskel- und Skelettschichten und der inneren Organe angewendet. Im kosmetischen Bereich findet das Schröpfen ebenfalls Anwendung. Je nach Indikation wird die passende Schröpfart und Schröpfzone am Körper gewählt.

Schröpfzonen im Körper

An welcher Zone geschröpft wird, hängt von den individuellen Beschwerden des Patienten ab. Bei muskulären Verspannungen ertastet der Therapeut die jeweilige verspannte Stelle und setzt daran die Schröpfgefäße an. Bei tiefer liegenden Beschwerden bezieht sich der Therapeut auf die Reflexzonen der traditionellen chinesischen Medizin. Diese Schröpfzonen sind wie folgt aufgeteilt:

  • Nackenzone
  • Tonsillenzone
  • Hormonbuckel
  • Lungenzone
  • Herzzone
  • Magen- und Bauchspeicheldrüsenzone
  • Leber-Gallen-Zone
  • Nieren-Nebennieren-Zone
  • Lumbalzone
  • Hypertoniezone
  • Genitalzone
  • Blasenzone

Schröpfen bei Schmerzen und muskulären Verspannungen

Häufig wird das Schröpfen lokal an der Stelle von Muskelverspannungen und Schmerzen eingesetzt. So lassen sich durch das Schröpfen folgende Beschwerden behandeln:

  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Stress
  • Müdigkeit
  • Erkältungen
  • Entzündliche Prozesse
  • Menstruationsbeschwerden
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Depression und Antriebslosigkeit
  • Hexenschuss und Bandscheibenprobleme

Schröpfen bei Beschwerden tiefer liegender Muskel- und Skelettschichten und der inneren Organe

Die Saugwirkung der Schröpfglocken kann die Reflexzonen des Körpers aktivieren. Das Schröpfen kann somit einen positiven Einfluss auf folgende Beschwerden haben:

  • Kniegelenksathrose
  • Rheuma
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Tennisarm
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Verdauungsstörungen
  • Leber- und Gallenleiden
  • Hypertonie und Hypotonie
  • Herzprobleme
  • Hormonelle Störungen
  • Nierenerkrankungen
  • Schwindel
  • Mittelohrentzündung
  • Osteoporose

Kosmetisches Schröpfen

Eingesetzt wird die Methode des Schröpfens auch in der Kosmetik. Im Gesicht werden dafür spezielle kleinere Schröpfgefäße verwendet, die bei einer sanften Schröpfmassage die Durchblutung des Gesichts anregen. Durch das Schröpfen können Stoffwechselprozesse im Bindegewebe aktiviert werden. Der Körper bildet daraufhin selbstständig Stoffe, die sich positiv auf die Elastizität und Spannkraft der Haut auswirken. Schröpfen ist somit ein beliebtes Verfahren gegen Faltenbildung. Auch zur Behandlung bei Cellulitis wird das Schröpfen eingesetzt.

Funktionsweise & Wirkung des Schröpfens

Das Schröpfen bewirkt eine langfristig bessere Durchblutung und einen besseren Lymphfluss im Körper. Durch die Schröpfköpfe wird kurzfristig eine lokale Entzündungsreaktion hervorgerufen. Diese geht aus der Hautverformung, der Hyperämie, dem Schmerz sowie dem Austritt von Lymphflüssigkeit und Blut ins Gewebe hervor. Die Störung des Körpers beantwortet dieser mit einer Gegenreaktion. Dadurch werden Stoffwechselprozesse an der geschröpften Stelle aktiviert. Das Schröpfen ansich heilt nicht die Krankheit oder lindert die Schmerzen. Es werden Prozesse aktiviert, mit dessen Hilfe der Körper sich selbst heilen kann. Durch die Behandlung entsprechender Reflexzonen soll die selbstheilende Wirkung auch auf die entsprechenden Organe oder das Skelett wirken.

Wer führt das Schröpfen durch?

Das Schröpfen ist ein relativ einfach durchzuführendes Heilverfahren. Es wird sowohl von diversen Heilpraktikern als auch von bestimmten Ärzten angeboten, die über entsprechendes Wissen und das nötige Equipment verfügen. Besonders in der traditionellen chinesischen Medizin ist das Schröpfen ein fester Bestandteil. Der jeweilige Therapeut entscheidet über die Art und den Umfang der Schröpftherapie. Auch Sets zur Selbstbehandlung sind im Handel erhältlich.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für das Schröpfen?

Die Kosten für das Schröpfen belaufen sich bei einem professionellen Heilpraktiker für eine circa 40-minütige Behandlung auf etwa 30 – 50 €. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Heilmethode im Gegensatz zur Akupunktur nicht. Die Kosten dafür müssen teilweise oder komplett selbst vom Patienten getragen werden. Bei privaten Krankenkassen kann das Schröpfen je nach Leistungskatalog übernommen werden.

Schröpf-Therapie zu Hause durchführen

Wer beim Schröpfen sparen möchte, kann die Schröpftherapie zu Hause selbst durchführen. Entsprechende Schröpfgläser sind ab 20€ erhältlich. Die eigene laienhafte Anwendung ist jedoch mit einem höheren Risiko und oft einer geringeren Wirkung verbunden. Ein professioneller Therapeut kann schmerzhafte Verspannungen genau ertasten und gezielt behandeln. Gerade Körperzonen wie der Rücken sind unter Umständen in eigener Anwendung nur schwer zugänglich. Bei Schmerzen oder Verletzungen sollte umgehend ein medizinischer Rat eingeholt werden.

Die Studienlage zum Schröpfen

Zu den Wirkungsweisen der Schröpftherapie gibt es noch nicht ausreichend qualitative Studien, um eine Aussage über die tatsächliche Wirkung treffen zu können. Sicher ist jedoch, dass zumindest der Placeboeffekt des Schröpfens wirkt. Der Erwartungseffekt lindert häufig Schmerzen, weil der Patient sich während der Behandlung entspannt. Auch der Gegenreiz kann die Wirkung der Schröpftherapie teilweise erklären. Die Prozesse der geschröpften Stelle überlagern den eigentlichen Schmerz. Die Wirkung der Behandlung der Reflexzonen basiert ausschließlich auf der Erfahrung langjähriger Anwendung und kann ebenfalls noch nicht wissenschaftlich erklärt werden.

Nebenwirkungen und Risiken des Schröpfens

Auch wenn die Nebenwirkungen beim Schröpfen relativ gering und harmlos ausfallen, sollte der Patient achtsam sein. Schwerwiegende Komplikationen des Schröpfens sind bis jetzt nicht bekannt. Bei der Schröpftherapie treten unterschiedlich starke Hämatome auf, die in der Regel aber gewünscht sind. Auch leichter Muskelkater kann eine Folge sein. Beim blutigen Schröpfen kann es mitunter zu Schmerzen kommen. Ist der Schmerz zu stark oder die eingeritzte Stelle entzündet sich, sollte unbedingt medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Unter diesen Umständen sollten Sie auf das Schröpfen verzichten

Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie bei folgenden Einschränkungen lieber auf das Schröpfen verzichten oder sich an einen erfahrenen Therapeuten wenden:

  • Einnahme von Blutverdünnern bzw. Blutungsneigung
  • Akute Entzündungen oder Verletzungen der Haut
  • Ödeme
  • Schwere Herzerkrankungen
  • Schwangerschaft
  • Kortisonbehandlung
  • Strahlentherapie

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